neues deutschland: Interessen in Mali: Redenüber Uran

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Nun gibt es noch eine Zahl zur Bestätigung
bekannter Pläne: Mit bis zu 650 Soldaten wird sich Deutschland an der
UN-Mission MINUSMA im westafrikanischen Mali beteiligen. Vorerst. Sie
sollen im Norden Malis bei der Zerschlagung islamistischer
Gruppierungen helfen. 200 weitere Bundeswehrsoldaten bilden wie
gehabt malische Soldaten aus. Die Bundeswehr ist bekannt dafür, dass
sie ihre Exporttruppen solide vorbereitet, also auch aufklärt über
den Sinn der Einsätze. Wenn man wieder nur über den plötzlich
erstarkten islamistischen Terrorismus, die Bekämpfung aktueller
Fluchtursachen und die Solidarität mit den bereits in der Region
kämpfenden französischen Kameraden redet, verschweigt man die halbe
Wahrheit. Zugegeben, die ganze Wahrheit zu erzählen, würde länger
dauern. Man müsste in kolonialen Zeiten beginnen und über deren
Fortsetzung als »La Francafrique« reden. Man müsste über Mali
hinausgehen und über die ergiebigen Uranminen des französischen
Nuklearkonzerns Areva im benachbarten Niger reden. Schnell wäre man
beim Thema China, das in der afrikanischen Region zunehmend
wirtschaftliche Interessen in Anspruch nimmt. Erklären müsste man,
dass nun auch die islamistische Seite hochrüstet und versucht, noch
mehr Stämme ins Unglück zu ziehen. Auch in Mauretanien, Algerien und
Tunesien. Die bislang geringen Transfers aus den Golfstaaten werden
zunehmen und die Bundestagsabgeordneten schon bald neuen
Mali-Mandaten zustimmen müssen. Na dann: Willkommen im Kreislauf
neuer Unvernunft!

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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