neues deutschland: Kerrys Scheitern – zum Syrien-Krieg

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Die Geduld mit den Russen ist jetzt am Ende, ließ
US-Außenminister Kerry mitteilen und schmiss mit großer Geste hin.
Keine Syrien-Gespräche mehr mit seinem russischen Kollegen Lawrow.
Wer daran glauben möchte, dass dies allein wegen der
russisch-syrischen Bombardierung von Zivileinrichtungen in Aleppo
geschehen sei, mag dies tun, wird der Wahrheit allerdings nicht näher
kommen und will es wohl auch nicht. Wer in Syrien den Angriff auf
nicht gekennzeichnete Hospitäler beklagt, bei solchen Geschehnissen
in Gaza aber nur mit den Schultern zuckte wie auch die deutsche
Kanzlerin, hat seine Glaubwürdigkeit in derlei Fragen selbst aufs
Spiel gesetzt. Es ist auch diese Variante westlicher
Realitätsverweigerung, die den syrischen Krieg zu dem Monster werden
ließ, das er heute ist.

Was immer die Amerikaner von ihren Gesprächen mit den Russen
erwartet haben mögen, es ist aktuell ihr Vorgehen im syrischen
Konflikt, das gescheitert ist, nicht das russische. Die Gründe
Moskaus, warum es Syriens Präsidenten Assad unterstützt, muss nicht
jeder andere Staat teilen, aber sie sind völkerrechtlich mindestens
ebenso legitim wie die der westlichen Staaten gemeinsam mit
fragwürdigen Verbündeten vom Schlage Saudi-Arabiens.

Kerry hatte versprochen, dass sich die »gemäßigten« Rebellen von
den Dschihadisten lossagen. Man kann sich wundern, warum er dies tat,
denn beide Gruppen hatten und haben das wohl nie ernsthaft vor. Nicht
wundern muss man sich, dass ein Politiker sein Scheitern nicht
unumwunden eingesteht und lieber auf andere zeigt.

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