neues deutschland: Kolumbiens historisches Friedensabkommen: Paramilitärische Hindernisse¶

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»Wir haben die schönste aller Schlachten gewonnen,
den Frieden in Kolumbien.« Die Aussage des FARC-Sprechers Iván
Márquez wird dem historischen Abschluss des Friedensabkommens
zwischen der Guerilla und der kolumbianischen Regierung gerecht, der
Realität noch längst nicht. Der Vertragsunterzeichnung und einem Ja
beim Referendum stehen nicht mehr viel entgegen, dem Frieden schon.
Das Abkommen ist der Anfang eines langen Prozesses, an dessen Ende
Frieden stehen kann – aber wer Kolumbien kennt, weiß leider auch:
beileibe nicht muss. Die Kräfte um den rechtsextremen Ex-Präsidenten
Álvaro Uribe haben ihren Widerstand schon verkündet. Und dieser
Widerstand kommt auch aus Gewehrläufen. Uribe ist der geistige Vater
der Paramiliärs, die seit 30 Jahren in Kolumbien ihr Unwesen treiben.
Offiziell wurden sie zwar 2006 für aufgelöst erklärt, doch sie sind
aktiv wie eh und je, betreiben Landraub im Auftrag von
Großgrundbesitzern, ermorden Gewerkschafter und politisch
Andersdenkende. Ihre jetzige Kennzeichnung durch die Regierung als
»bacrim«, als kriminelle Banden, ist eine fahrlässige
Beschwichtigung, die einem Friedensprozess im Wege steht. Keine
Frage: Die Entwaffnung der Guerillas ist wichtig. Die Umgestaltung
des Energiesektors sowie eine Agrar- und Gesundheitsreform sind
angesichts der krassen Ungleichheit längst überfällig. Aber alles ist
nichts, wenn die Paramilitärs nicht in die Bedeutungslosigkeit
verwiesen werden.

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