neues deutschland: Mexikanische Menschenrechtsaktivistin: Regierung nicht an Aufklärung von Massenmorden interessiert

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Auf 26.000 wird die Zahl der Verschwundenen in
Mexiko von offiziellen Stellen geschätzt. Die Dunkelziffer liegt laut
der Menschenrechtsaktivistin Ana Lorena Delgadillo weitaus höher. Sie
kritisiert die mangelnde Aufarbeitung von Morden und Entführungen.
„Wenn es wirklich Gerechtigkeit geben soll, dann müssten alle Leichen
in allen Massengräbern des Landes exhumiert und ihre DNA in einer
nationalen Datenbank zur Verfügung gestellt werden“, sagt Delgadillo
im Interview mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues
deutschland“ (Montagausgabe). Die Direktorin der in Mexiko-Stadt
ansässigen Stiftung für Gerechtigkeit und demokratische
Rechtsstaatlichkeit zweifelt jedoch am Willen der Regierung. „Die
Wahrheit ist von staatlicher Seite unerwünscht. Mehr als die Hälfte
der Verschwundenen in Mexiko wurde unter der aktuellen Regierung
verschleppt. Und solange es keine Aufklärung gibt, muss die
Verstrickung von staatlicher Seite zumindest angenommen werden.“ Für
die Familien der Opfer – etwa des Massakers von San Fernando im
August 2010 oder der 2014 in Ayotzinapa verschleppten 43 Studenten –
sei die Straflosigkeit und Ineffizienz in Mexiko „ein Schlag ins
Gesicht“.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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