neues deutschland: Mieterbund fordert Wohnungsbau statt Milliardendeals mit Immobilien

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Die Ankündigung des mit 350.000 Wohnungen größten
deutschen Immobilienkonzerns Vonovia vom Mittwoch, die Deutsche
Wohnen (142.000 Wohnungen) übernehmen zu wollen, kommentierte der
Deutsche Mieterbund (DMB) mit Unverständnis. »Wir brauchen keine
Milliarden-Deals auf dem Immobilienmarkt und kein Wettbieten
börsennotierter Unternehmen um deren Wohnungsbestände“, sagte
DMB-Direktor Lukas Siebenkotten. „Durch Fusionen, An- und Verkäufe
von Wohnungen und Wohnungsunternehmen entsteht keine einzige neue
Wohnung für den deutschen Wohnungsmarkt.« Gegenüber der Tageszeitung
»neues deutschland« (Donnerstagausgabe) betonte der Chef des
Dachverbandes von 322 Mietervereinen, dass solche Konzentrationen
wahrlich nichts Positives für die Mieter bereithalten, auch wenn sich
rechtlich für sie nichts verändere. »Schließlich muss jeder Kaufpreis
irgendwie wieder verdient werden – sei es durch Verschlankung der
Verwaltung, Mieterhöhungen oder Verzögerungen notwendiger
Instandsetzungen oder Instandhaltungen«, weiß Siebenkotten aus
Erfahrungen mit zahlreichen früheren Übernahmen.

Statt Wohnungshandel, so Siebenkotten, sei Wohnungsneubau
notwendig. Aktuell fehlten in Deutschland 800.000 Wohnungen. »Wir
haben seit Jahren eine immer größer werdende und immer weniger zu
befriedigende Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen. Und das wird sich
angesichts der zunehmenden Zuwanderung weiter zuspitzen«, erklärte
der DMB-Direktor dem „neuen deutschland“. Mindestens 400.000
Wohnungen müssten pro Jahr neu gebaut werden – gegenwärtig seien es
jedoch nur 260.000. »Es muss viel mehr passieren, gebraucht wird eine
deutliche Schwerpunktsetzung durch Bund und Länder in Sachen
Wohnungspolitik«, forderte Siebenkotten. Auch die durch die
Bundesregierung angekündigte Verdoppelung der Bundesmittel für die
Wohnraumförderung in den Ländern von derzeit 518 Millionen Euro
jährlich reiche nicht aus. Nötig seien, so Siebenkotten, vor allem
steuerliche Vergünstigungen für Investitionen auf dem Wohnungsmarkt,
damit neu entstehende Wohnungen für künftige Mieter erschwinglich
würden.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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