neues deutschland: neues deutschland zu Merkel als Reformkommunistin

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Wer hätte gedacht, dass im »nd« mehr als 20 Jahre
nach der deutschen Einheit eine Lanze für die Kanzlerin gebrochen
wird? Und doch soll das heute stattfinden. Die angebliche
Reformkommunistin Angela Merkel, die in der DDR ein Blauhemd trug und
FDJ- wie FDGB-Funktionen bekleidete, können nämlich nur Kollegen von
begrenzter »Welt«-Sicht mit einem Schwarz-Weiß-»Bild« ausmachen, die
unzählige Zeugnisse ihrer Ahnungslosigkeit lieferten. Es gehört zur
Tragik des untergegangenen Staates, dass viele seiner Funktionäre in
derlei äußerlichen Insignien Belege für vermeintliche Stärke
ausmachten. So wie Merkel haben viele das »Spielchen« nur mitgemacht,
um beruflich wie persönlich voran zu kommen. Übrigens im Unterschied
zu echten Reformkommunisten, denen bisweilen übel mitgespielt wurde,
oder die in Italien und anderswo ganz andere Erneuerungen im Sinn
hatten. Man kann Merkel ihre unsoziale Politik vorwerfen, ihr
Taktieren – und natürlich, dass sie trotz besseren Wissens die
millionenfache Entwertung von DDR-Biografien schweigend hinnahm. Man
kann aber, gerade weil der unmenschliche Umgang mit gelebtem Leben
zurecht heftigst zu kritisieren ist, nicht bei der Kanzlerin eine
Ausnahme machen. Allerdings wäre zu fragen, warum von Konservativen
kurz vor der Bundestagswahl die Regierungschefin mit so billigen wie
bewährten Mitteln attackiert wird. Vielleicht ist die Zeit der
Kanzlerinnendämmerung gekommen. Das wäre aus vielerlei Gründen zu
wünschen. Nur als Reformkommunistin darf Merkel trotzdem nicht in die
Geschichte eingehen.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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