neues deutschland: Prof. John Lennon: Brexit ist die größte Tragödie in der jüngsten Geschichte Großbritanniens

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Eine „Katastrophe“, einen „Alptraum“, „die größte
Tragödie in der jüngsten Geschichte Großbritanniens“ nennt John
Lennon, Professor an der Glasgow Caledonian University, den Ausgang
des Referendums vom 23. Juni in einem Interview mit der in Berlin
erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ (Wochenendausgabe).
Für den Brexit macht der Wissenschaftler kurzsichtige Politiker und
Populisten verantwortlich. „Viele Briten sind sich der Tragweite
ihrer Entscheidung nicht bewusst gewesen. Sie waren uninformiert,
wurden bewusst in Unkenntnis der Folgen des Austritts gelassen.“ Die
Brexit-Gegner hätten es nicht verstanden, der Mehrheit der Briten
klar zu machen, was ein Austritt für den britischen Markt, den
Dienstleistungssektor, für Wissenschaft und Kultur, für den Alltag
der Briten bedeute.

Außer der in den letzten Tagen stark angestiegenen Zahl von „Hate
Crimes“, Hasskriminalität, werde sich das Votum auch negativ auf die
Tourismusbranche auswirken. „Großbritannien hat jährlich 125
Milliarden Pfund mit dem Tourismus eingenommen; das sind neun Prozent
des Bruttoinlandsprodukts. Zehn Prozent aller Beschäftigten sind in
der Tourismusbranche tätig“, erläutert Lennon. Des Weiteren
präzisiert der Schotte, dass 54 Prozent der Touristen in Schottland
aus EU-Staaten kämen und jährlich an die fünf Milliarden Pfund
brachten. 76 Prozent der britischen Urlauber wiederum wählten in der
Vergangenheit europäische Staaten als Ferienziel. „Das wird sich
ändern“, prophezeit der Tourismusexperte. Die Briten würden wie zu
Beginn der Finanzkrise 2008 nun wieder eher zu Hause bleiben.

Pressekontakt:
neues deutschland
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Telefon: 030/2978-1722

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