neues deutschland: Psychologe nennt Berufsverbot-Vorschlag von Minister Herrmann»kurzschlüssig«

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Berufsverbote für depressive Menschen in sensiblen
beruflichen Positionen können keine Katastrophen verhindern. Davon
zeigte sich der Präsident des Berufsverbandes Deutscher
Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP), Michael Krämer, im
Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung »neues
deutschland« (Samstagausgabe) überzeugt. Der bayerische Innenminister
Joachim Herrmann (CSU) hatte vorgeschlagen, Piloten, Bus- oder
Taxifahrer, die nach medizinischer Begutachtung eine Gefahr für die
Allgemeinheit darstellen, mit Berufsverbot zu belegen.

Krämer nennt den Vorschlag des Ministers im nd-Interview
»kurzschlüssig«. Es werde kaum möglich sein, zu Beginn einer
Berufstätigkeit so aussagekräftig zu diagnostizieren, dass man
Katastrophen verhindern könne, die von einer später auftretenden
Krankheit verursacht würden, so der Psychologe. Berufsverbote würden
vielmehr dazu führen, dass »Personen, die bei sich zwar ein
Hilfsbedürfnis spüren, es nicht offenbaren«, so Krämer. Und es sei
nicht leicht, solche Probleme bei jemandem zu entdecken, der nicht
kooperiert. »Besser wäre es, wenn Bedürftige Hilfe erhalten und
wieder genesen.«

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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