neues deutschland: Schreddern von Küken: Ökonomisches Abfallprodukt¶

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In Teilen Chinas essen sie Hunde, dafür gibt es in
Yulin eigens ein Festival, gegen das man sich bei einer
Onlinepetition aussprechen kann – die bösen Hundefresser die! In
Japan essen sie Wale, auch hier wird seit Jahren internationaler
Druck aufgebaut, den Walfang zu stoppen – die brutalen Walschlachter
die! Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Freitag das Töten von
männlichen Küken gebilligt. Schätzungsweise 48 Millionen Junghähne
wurden letztes Jahr alleine in Deutschland geschreddert oder vergast
– 2014 waren es 45 Millionen, 2013 nur 41 Millionen. Und das nur,
weil sie ausgewachsen keine Eier legen und nicht genug Fleisch
ansetzen, sie also in der industriellen Landwirtschaft keinen Nutzen
haben, ein ökonomisches Abfallprodukt sind. Schreddern ist übrigens
genau das, wonach es sich anhört. Razz razz razz, das Küken, das ist
… razz razz razz. Ob Vergasen weniger grausam ist, darf bezweifelt
werden. Welche Tiere wo auf der Erde zum Verzehr getötet werden,
hängt von den jeweiligen kulturellen Gegebenheiten ab. Alle Tiere
sind Lebewesen, ob Küken, Wal oder Hund. Tiere zu töten, weil sie
ökonomische Abfallprodukte sind, ist eine Steigerung ins Perverse
hinein, die überall auf der Welt passiert. Wenn der Druck daheim
nichts bewirkt, vielleicht ja der aus dem Ausland. Bitte, ihr Freunde
männlicher Küken auf der ganzen Welt, stellt unsere Gesellschaft an
den Pranger – die bösen Kükenschredderer die!

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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