neues deutschland: Sinn-Féin-Vorsitzender Kearney: Brexit wäre für Irland katastrophal

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Zunächst stehen die Regionalwahlen an, doch auf den
britischen Inseln dominiert das Thema Brexit bereits sieben Wochen
vor dem Referendum die politischen Debatten. Für Irland hätte der
EU-Austritt Großbritanniens fatale Folgen, fürchtet Declan Kearney,
Vorsitzender von Partei Sinn Féin im Norden und in der Republik im
Süden. „Der Brexit hätte enorme negative Auswirkungen auf den Norden,
aber auch den Süden Irlands in wirtschafts- und sozialpolitischer
Hinsicht. Konsequenzen würden sich vor allem für den Bereich der
Direktinvestitionen und des Import- bzw. Exportgeschehens ergeben.
Der EU-Austritt würde die Teilung zwischen Norden und Süden
verstärken“, so Kearney im Interview mit der in Berlin erscheinenden
Tageszeitung „neues deutschland“ (Mittwochausgabe). Die Linkspartei
Sinn Féin fordert weiterhin die Vereinigung der irischen Landesteile.
Der durch weitere Referenden drohende Zerfall Großbritanniens helfe
dabei jedoch nicht. „Sinn Feín glaubt an ein demokratisches, ein
soziales Europa und eines, das sich für internationalen Frieden
einsetzt. Das ist nicht das Europa, das existiert. Wir denken aber,
dass es besser ist, in diesem Europa zu sein und für diese Vision zu
kämpfen, als dies von außerhalb zu tun.“

Im Fall des Brexit will Kearneys Partei ähnlich wie die
Schottische Nationalpartei ein Referendum in Nordirland abhalten.
„Sinn Féin würde sich für eine »Border Poll« einsetzen, also ein
Referendum, wie es in Nordirland 1973 schon einmal abgehalten wurde –
zur Loslösung von Großbritannien und zur Vereinigung mit Irland.“

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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