neues deutschland: Soziologin Prasad fordert Begleitkurse für Flüchtlingshelfer

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»Die ehrenamtlichen Helfer sind Fluch und Segen
zugleich«, sagte Nivedita Prasad der Tageszeitung »neues deutschland«
(Freitagsausgabe) nach dem von einem Helfer frei erfundenen Tod eines
Flüchtlings am Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo). Prasad
ist Professorin an der Berliner Alice Salomon Fachhochschule und
erarbeitet derzeit ein gemeinsames Positionspapier der Hochschulen zu
Qualitätsstandards professioneller sozialer Arbeit mit Geflüchteten.
»Einerseits helfen sie den Menschen, andererseits fehlt ihnen eine
Ausbildung«, sagte Prasad. »Ein professioneller Sozialarbeiter weiß
zum Beispiel, dass es nicht geht, Klienten nach Hause zu nehmen.«

Dirk V., der Auslöser der Lüge über den Todesfall, war schon vor
einigen Monaten in der Presse mit der Nachricht, dass er über den
Sommer 24 Flüchtlinge bei sich zu Hause übernachten ließ. »Die Aktion
war ein Hilfeschrei, der absurderweise geholfen hat«, sagt Prasad,
allerdings sollte das niemand nachmachen. Die Professorin forderte
gegenüber »nd« Begleitkurse für die Helfer einzurichten, um ihnen
Standards der Sozialarbeit nahezubringen. »Sie müssen lernen, mit
Frust umzugehen, um nicht auszubrennen.« Insgesamt sei eine
Koordination des Ehrenamts notwendig. So hält sie die Kinderbetreuung
durch Freiwillige, die nicht überprüft wurden, für sehr bedenklich.
»Eigentlich ist der Skandal, dass die Ehrenamtler Aufgaben
übernehmen, für die der Staat zuständig ist«, sagte Nivedita Prasad.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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