neues deutschland: Steueroasen sind gewollt

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Die Empörung geht immer bis ganz nach oben: Ob im
Fall des Steuerhinterziehers und Ex-Postchefs Klaus Zumwinkel oder
nun im Fall von Offshore-Leaks: Parteiübergreifend wird der Verfall
der Steuermoral und die Unterhöhlung der Steuerbasis beklagt –
angefangen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Doch so
begründet diese Klagen inhaltlich sind, so wenig überzeugend ist es,
wenn sie von den herrschenden Politikern im Munde geführt werden.
Keine einzige Steueroase ist vom Himmel gefallen, sie wurden alle
gegründet. Die karibischen Steuerinseln sind nahezu allesamt Ableger
der City of London. In den Cayman-Inseln selbst ist das
Geschäftsmodell der Cayman-Inseln so wenig ersonnen worden wie das
Geschäftsmodell von Zypern in Zypern, das gerade mit seiner
Bankenkrise die Eurokrise wieder neu entfacht. Auch wenn es findige
Banker und nicht Politiker waren, die diese Geschäftsmodelle
implementierten – den Weg dafür haben ihnen die Politiker der
G8-Staaten mit der Deregulierung der Finanzmärkte geöffnet. Zwar
haben Berlin, London und Paris auf den jüngsten G20-Gipfeln ein
konzertiertes Vorgehen gegen die Steueroasen bekundet, tatkräftige
Maßnahmen stehen jedoch dort ebenso aus wie beim Schließen unzähliger
legaler Schlupflöcher. So wird nicht nur die Steuerbasis unterhöhlt,
sondern durch den Mangel an Steuergerechtigkeit die ganze
Gesellschaft. Denn für die Krisen werden die Steuerzahler in Haftung
genommen. Diese Rechnung geht auf Dauer nicht auf.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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