neues deutschland: Tag zur Abschaffung der Sklaverei: Teil der inneren Logik

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Die Zahl derer, die weltweit in Verhältnissen
arbeiten, die als moderne Sklaverei bezeichnet werden, ist in etwa so
hoch wie die Zahl der arbeitenden Menschen auf dem hiesigen
Arbeitsmarkt insgesamt. Sie werden entführt, erpresst, in
Zwangsarbeit genötigt, im schlimmsten Fall umgebracht. Aber warum
machen die denn das? Die Sklaverei gehört zu einem System, das auf
Profit ausgelegt ist. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Millionen
Menschen in die Sklaverei entführt, um den Rücken als billige
Arbeitskräfte krumm zu machen. Sie mussten ja nur gefüttert werden.
Ganze Gesellschaften gründeten ihren Wohlstand und Fortschritt auf
der Arbeitskraft von Sklaven. Heute ist die Sklaverei nahezu weltweit
geächtet. Aber nützt das etwas? Kaum. Zwar gab es die ersten
internationalen Resolutionen gegen den Menschenhandel schon Anfang
des letzten Jahrhunderts, doch bis heute ist sie ein weltweit
verbreitetes Phänomen. Und auch große »westliche« Auftraggeber und
Abnehmer der schmutzigen Ware z.B. in der Bekleidungs- und
Nahrungsmittelindustrie reagieren erst und versprechen, ihre
Produktionsketten zu säubern, wenn der öffentliche Druck zu groß
wird. Was muss passieren? International strenge Gesetze, harte
Strafen? Ist das denkbar? Kaum. Die UN-Konvention, deren Jahrestag an
diesem Mittwoch begangen wird, ist 56 Jahre alt, es gibt so viele
Menschen in Zwangsarbeit wie nie zuvor. Warum also machen die das?
Weil–s geht.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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