neues deutschland: Theologe Drewermann: Schulden müssen erlassen werden

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Einen Schuldenerlass des Westens für die Länder der
»Dritten Welt«, aber auch für Griechenland, fordert der Theologe und
Schriftsteller Eugen Drewermann. Im Interview mit der in Berlin
erscheinenden Tageszeitung »neues deutschland« (Samstagausgabe)
verwies der bekannteste Vertreter der tiefenpsychologischen
Bibelexegese auf »ein geniales Gesetz in der Thora, also im
Gesetzeswerk Mose: Nach sieben Jahren bestehender Schuld ist ein
Schuldenerlass zwingend. Wer durch Schuld, durch Schulden zum Sklaven
wurde, ist wieder frei.« Den Zustand, »mit dem der Internationale
Währungsfonds, die kapitalistischen Großbanken heute ganze Länder und
Kulturen überziehen», bezeichnete er als »Schuldsklaverei«.
Drewermann: »Die gesamte Bevölkerung wird haftbar gemacht zur
endlosen Rückzahlung von Schulden. Und das soll laufen im Fall
Griechenland zum Beispiel 30 Jahre, 40 Jahre. Es ist überhaupt nicht
daran gedacht, dass die Bevölkerung je wieder in Freiheit leben
könnte. Das Gesetz des Moses sah vor, dass sieben Jahre absolut genug
sind, bei jeder Schuld. Und danach muss die Chance für einen
Neuanfang sein, sonst bricht die Gesellschaft auseinander. Bei 20
Prozent Zinsen auf Schulden ist es unvermeidbar, dass die
Gesellschaft so auseinanderdriftet, dass die Ungleichheit am Ende
selbstzerstörerisch wirkt.« Drewermanns in zahlreichen Büchern
dargelegte tiefenpsychologische Theologie brachte ihn in Konflikt mit
der katholischen Kirche. 1991/92 wurde er mit Entzug von Lehr- und
Predigtbefugnis sowie Suspension vom Priesteramt gemaßregelt. 2005
gab er seinen Kirchenaustritt bekannt.

Pressekontakt:
neues deutschland
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Telefon: 030/2978-1715

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