neues deutschland: UgandischerÖkonom Tandon: Entwicklung ist Widerstand gegen den Westen

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Der ugandische Ökonom und Publizist Yash Tandon hat
die Politik des Westens gegenüber Afrika scharf kritisiert. „Die EU
macht sich im Moment Sorgen wegen der nach Europa kommenden
Flüchtlinge. Man sollte diese knapp 1,5 Millionen Zufluchtsuchende
2015 mal den 50 bis 100 Millionen Afrikanern gegenüberstellen, die
ihre berufliche Existenz durch die Austeritätsprogramme des
Internationalen Währungsfonds verloren haben“, sagte Tandon der in
Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“
(Dienstagausgabe). „Selbst in Deutschland wird nicht ernsthaft
darüber diskutiert, dass Handel Krieg ist und die Menschen in die
Flucht treibt und nicht nur Kriege an sich“, kritisierte Tandon die
globale Welthandelsordnung. Der Welthandelsorganisation (WTO) kann
der Mitbegründer der freihandelskritischen Organisation SEATINI
nichts Positives abgewinnen: „Sobald es um das Festschreiben von
Abkommen geht, regiert die rohe Gewalt: Ihr wollt Entwicklungshilfe,
ihr wollt Erdöl? Unterzeichnet oder es gibt nichts. Diese
Erpressungsstrategie funktionierte bei allen WTO-Gipfeln mit Ausnahme
von Seattle 1999 und Hongkong 2003″, erklärte der Autor des Buches
„Handel ist Krieg“. Seine Strategie zur Änderung der
Machtverhältnisse: »Die Macht den Menschen« ist nicht nur ein Slogan.
„Dafür müssen die Institutionen grundlegend demokratisiert werden.
Und bis dahin bleibt uns nur zu widerstehen… Der Widerstand hat die
kolonialisierten Länder in die formale Unabhängigkeit gebracht.
Entwicklung heißt Widerstand.“

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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