neues deutschland: Ungleichheitsforscher Milanovic: „Migration reduziert die Armut“

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Vor dem G20-Gipfeltreffen hat der
serbisch-amerikanische Ökonom Branko Milanovic an die Politiker der
reichen Länder appelliert, arme Regionen wie Afrika und Südostasien
stärker zu unterstützen. „Es gäbe drei Arten von Instrumenten“, sagte
Milanovic der Tageszeitung „neues deutschland“. „Das erste wäre mehr
internationale Hilfe. Das zweite wäre die Öffnung der eigenen Märkte
für Importe aus Entwicklungsländern. Und das dritte wäre das Thema
Einwanderung aus armen Regionen in reiche Länder“, erklärte der
renommierte Experte für Ungleichheit, der 20 Jahre als Ökonom und
Chefökonom in der Forschungsabteilung der Weltbank gearbeitet hatte.

Menschen aus armen Ländern könnten ihr Einkommen erhöhen, indem
sie in reiche Länder ziehen. „So wird durch die Migration die Armut
und Ungleichheit in der Welt reduziert“, so Milanovic. Zudem
bräuchten Länder wie Deutschland Migranten als Arbeitskräfte.
„Migration ist also eine Win-win-Situation.“

Milanovic schlägt vor, Menschen aus Afrika beispielsweise eine
temporäre Aufenthaltserlaubnis zu geben, etwa für fünf Jahre, damit
sie in Europa arbeiten können. „Wir müssen die Migration einfacher
machen“, forderte der Ökonom.

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