neues deutschland: Wachsende Ungleichheit: Die K-Frage stellen

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Man muss nicht erst an die fehlende Altersvorsorge
denken, um zu erkennen, dass hierzulande etwas schief läuft. Auch
wenn die meisten Vermögensstudien die Superreichen nur unzureichend
erfassen, so ist doch eindeutig, dass die Schere zwischen Arm und
Reich immer weiter aufgeht. Doch haben diese Studien eine weitere,
entscheidende Schwachstelle: Sie stellen die K-Frage, die
Klassenfrage, nicht. Was versteckt sich nämlich hinter dem Begriff
Vermögen, wenn es nicht Anleihen, Aktien und Immobilien – also
Kapital – sind? Die Frage nach der immer ungerechteren Verteilung des
Vermögens wird so zu einer Frage nach der immer stärkeren
Konzentration des Kapitals in den Händen weniger. Und dieses Kapital
kann sich nur vermehren, wenn Menschen dafür – in welcher Form auch
immer – ausgebeutet werden. Dies ist wahrlich keine neue Erkenntnis.
Karl Marx schrieb sie bereits vor rund 150 Jahren auf. Wie man diese
wachsende Ungerechtigkeit aufhalten kann, ist ebenfalls altbekannt.
Nur stellt sich jedes Mal neu die Frage, wie man die Menschen dazu
bringt, für mehr Lohn und gegen steigende Mieten, TTIP,
Privatisierungen und all die anderen Schweinereien zu kämpfen, die
das Leben der meisten immer beschwerlicher machen, damit die Profite
des reichsten Prozents stimmen. Dafür muss auch die
Sozialpartnerschaft der alten Bundesrepublik endgültig aufgegeben
werden. Das Kapital hat sie sowieso schon längst aufgekündigt.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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