neues deutschland: Zoff in der CSU: Zeichen der Zeit¶

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Zwischen der CSU-Landesgruppe in Berlin und den
Parteioberen in München hat in der Vergangenheit schon öfter die Luft
gebrannt. Was allerdings gerade zwischen Bundesverkehrsminister Peter
Ramsauer und CSU-Chef Horst Seehofer läuft, ist mehr als die übliche
Grantelei. Mitten in der längst noch nicht überstandenen
Verwandtenaffäre herrscht in der christsozialen Familie Uneinigkeit
in der Beurteilung der Selbstbedienungsmentalität bayerischer
Landtagsabgeordneter. Ausgerechnet Ramsauer, der sich im
Merkel-Kabinett in den letzten vier Jahren nicht gerade mit Ruhm
bekleckert hat, torpediert Seehofers hektisches Bemühen, sich als
schonungsloser Aufklärer zu präsentieren und damit vier Monate vor
der Landtagswahl verspieltes Terrain wieder gutzumachen. Der
zeitweilig nach Berlin entsandte Minister gab zu Protokoll, dass die
Wähler in Bayern die Beschäftigung von Verwandten in diversen
Münchener Abgeordnetenbüros auf Kosten der Steuerzahler so schlimm
nicht finden. Offenbar aber hat Bayerns Ministerpräsident vor Ort
andere Erfahrungen mit dem Unmut vieler Wähler gemacht, ahnt
möglicherweise zudem, dass die bisher stattgefundenen Rücktritte
längst noch nicht reichen, um den zu besänftigen – und kachelte
zurück, dass Ramsauer keine Ahnung habe. Es sei dahingestellt, wie
ehrlich der öffentliche Rüffel gemeint ist – er zeigt aber immerhin,
dass Seehofer nach Stuttgart 21, Guttenberg- und Wulff-Affäre die
Zeichen der Zeit womöglich besser verstanden hat als manch anderer in
der Union.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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