neues deutschland: zu Horst SeehofersÄußerungen über die Asylpolitik

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Dank Horst Seehofer wissen wir es nun ganz genau:
Zu 40 Prozent wird das arme Deutschland asylmäßig missbraucht. Denn
wer ohne Aussicht auf Erfolg hierzulande einen Antrag stellt,
unternimmt nur einen Sonntagsspaziergang aus Jux und Dollerei. Der
Versuch, ein besseres Leben für sich und seine Familie zu erreichen,
ist eine lustige Kaffeefahrt für lau ins schöne Seehofer-Land, wo
sich zuvorkommende Beamte um die Ausflügler kümmern, ihnen auf den
Ämtern das Geld nur so in die Taschen stopfen und ihnen und ihren
Gleichgesinnten luxuriöse Gasthäuser zur Verfügung stellen. Und hier
und da und immer öfter äußert die freundliche Bevölkerung ihre
Vorstellung von Willkommenskultur sogar mit einem kleinen Feuerchen.
Es gehören schon 100 Prozent Menschenverachtung dazu, sich in
Anbetracht von brennenden Flüchtlingsunterkünften auf die
Seehofersche Weise zu äußern. Auch ein fremdenfeindlicher Hintergrund
kann nicht ausgeschlossen werden, wenn er ankündigt, nicht etwa das
mörderische Treiben, sondern »den Missbrauch beenden«, »diese
Problematik mit dem Westbalkan« lösen zu wollen. Das ist es, was der
CSU-Vorsitzende unter einer sachlichen Debatte ohne Parolen versteht,
mit der er angeblich die »rechten Verführer« schwächen will.
Tatsächlich holt er Neonazis und Rassisten einmal mehr dort ab, wo
sie stehen, nämlich mit dem Brandbeschleuniger vor Flüchtlingsheimen.
Das ist 100 Prozent Brandstiftung.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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