neues deutschland: Zukunft der deutschen Autoindustrie: Fahren und fahren lassen¶

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Jahrzehntelang kannten die deutschen Autokonzerne
nur eine Strategie: immer schnellere, von Verbrennungsmotoren
angetriebene Fahrzeuge bauen. Doch so langsam spricht es sich herum,
dass übermotorisierte Kisten bestenfalls noch bei Neureichen in
aufstrebenden Schwellenländern auf wachsende Nachfrage treffen.
Zuhause verliert der 300-PS-SUV an Bedeutung – vor allem Jüngere
sehen das Auto weniger als Statussymbol denn als Fortbewegungsmittel,
das mit dem Smartphone vernetzbar ist. Der Pkw wird zum Minicomputer,
der immer mehr Fahrfunktionen übernimmt. Doch den Autokonzernen droht
dabei die völlige Abhängigkeit von den Rechenzentren der
Internetriesen wie Google, die am liebsten die Autos auch gleich
selbst anbieten und über unsere Straßen navigieren möchten.
Angesichts der bereits bestehenden weltweiten Überkapazitäten im
Fahrzeugbau jagt diese Vision den Alteingesessenen einen gehörigen
Schrecken ein. Sie nehmen viel Geld in die Hand, um noch mithalten zu
können. Selbst Konkurrenten wie Daimler, BMW und Audi tun sich etwa
beim Kauf des Navigationsdienstes Here zusammen, um die anstehenden
Investitionen stemmen zu können. Ob die sich jemals auszahlen werden,
ist zweifelhaft. Denn selbst wenn autonom fahrende Autos sich auf
absehbare Zeit durchsetzen – dann gilt immer noch, dass man vor allem
Spritverbrauch und CO2-Emissionen drastisch reduzieren muss. Die
Frage, wer fährt, ist für die Zukunft der Mobilität nicht vorrangig.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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