neues deutschland: Zum Bau neuer Zäune und Grenzkontrollen in der EU

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»Die Mauer in den Köpfen überwinden« war vor 25
Jahren die Maxime, nachdem in Europa die Grenzen gefallen waren.
Heute stehen Mauern nicht nur in den Köpfen der meisten
EU-Staatschefs, sie bauen sie auch auf: Zu Stacheldraht geronnene
Idiotie, metallener Auswurf rassistischer, nationalistischer und
eigennütziger Kurzsichtigkeit, der grenzkontrollierte Beweis von
Unfähigkeit, Widerwillen und Ablehnung. Das ist die Europäische
»Union« im Jubeljahr. Offenbar einzig darin vereint, ihre
Delegitimierung schnellstmöglich voranzutreiben. Reden von
irgendwelchen europäischen Werten treiben einem ohnehin nur noch
Tränen verzweifelt-zynischen Lachens in die Augen. So wie die
Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen, die etwa durch die
Kriege im nahen und mittleren Osten erwachsen, eine intellektuelle
Beleidigung sind. Die Fakten sind: Geflüchtete werden solange kommen,
bis sie in ihrer Heimat nicht mehr existenziell bedroht sind.
Menschen auf der Suche nach Sicherheit lassen sich nicht von Zäunen,
dem Mittelmeer oder Grenzern aufhalten – für sie geht es um Flucht
und Leben oder Verzweiflung und Tod. Das ist die Prämisse. All das
Geld für die Abschottung, investiert in Aufnahme und Integration,
bedeutete keine Schleuser (und deren teure wie heuchlerische
Bekämpfung), keine zwischen Ländern umherirrenden Menschen, keine von
Europa getöteten Flüchtlinge. So aber ist die EU im Jahr 2015 auch:
Mörderin mit Friedensnobelpreis.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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