neues deutschland: Zum NATO-Verteidigungsministertreffen und Russland: Nicht Friede noch Wohlgefallen

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Kein Wettrüsten, beteuert NATO-Generalsekretär
Stoltenberg. Kein neuer Kalter Krieg, versichert
Bundesverteidigungsministerin von der Leyen. Russlands Präsident
Putin will allen Streit nur politisch regeln. Friede auf Erden und
den Menschen ein Wohlgefallen? Mitnichten. Jede verbale
Beschwichtigung geht einher mit realer Aufrüstung. Die
NATO-Eingreiftruppe wird kräftig aufgestockt. Die USA bringen schwere
Waffen an Russlands Grenzen. Der Kreml stärkt seine atomare
Streitmacht. Nicht nur im nahen Donbass wird schon länger aufeinander
eingeschlagen. Die Lösung des Ukraine-Konfliktes steht nicht mehr im
Mittelpunkt. Dieser erweist sich zunehmend als wohlfeiler Vorwand für
jede Eskalation: die größte NATO-Manöverserie seit Ende des Kalten
Krieges im Juni in Osteuropa, sechs neue Stützpunkte und eine
»Speerspitze« gegen Russland. Moskau kann seine düstersten
Befürchtungen im Übermaß bestätigt sehen und rüstet eine moderne
Armee mit modernen Waffen. Wie der von außen eifrig befeuerte Streit
um Ost oder West die Ukraine selbst zerriss, so wird Europa nach
alten Mustern geteilt – nach West, Ost und laut dem einfältigen
Sowjet-Muster Reagans in die Guten und die Bösen. Dafür sollen
traditionell Russland und ganz besonders dessen Staatschef Putin
leibhaftig herhalten. Die Wiederholung der Geschichte als Farce
läuft, die Wiederholung als Tragödie hat begonnen.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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