neues deutschland: Zur angekündigten Erhöhung der Krankenkassenbeiträge: Griff in den Geldbeutel

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Wie kann man nur so scheinheilig sein! Diese
Regierung tut erstaunt, dass die noch vor kurzem prall gefüllten
Krankenkassengeldbeutel auf einmal so schlapp herumhängen, dabei hat
sie sich selbst mit ein paar Milliarden Euro daraus bedient.
Eigentlich waren die für gesamtgesellschaftliche Leistungen wie die
beitragsfreie Mitversicherung von Kindern oder die
Schwangerenversorgung gedacht. Die Bundesregierung hat auch keine
Gelegenheit ausgelassen, Geschenke aus diesem Beutel zu bezahlen, der
ihr im Grunde gar nicht gehört. Mal an die Arzneihersteller, damit
sie nicht etwa alte, überflüssige Mittel aus dem Verkehr ziehen
müssen, die Armen. Mal an Ärzte, damit sich wenigstens ein paar von
ihnen herablassen, Patienten auf dem Land zu behandeln. Mal an
Kliniken, damit sie einige von den eingesparten Pflegerinnen und
Pflegern wieder beschäftigen können. Mal an die Länder, damit die
nicht etwa ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen müssen, für
Investitionen in den Krankenhäusern zu sorgen. Der Griff in den
Beutel hat Methode. Nur weiter so, liebe Regierung! Wir gesetzlich
Krankenversicherten und Patienten freuen uns dermaßen über jede noch
so klitzekleine Verbesserung in unserem Gesundheitssystem, dass wir
den Beutel freiwillig hinhalten. Wir bezahlen schon so viele
überflüssige Operationen und unnötige Medikamente, da kommt es auf
ein paar zusätzliche Terminservicestellen, Zweitmeinungsstrukturen
oder Bewegungsapps nun auch nicht mehr an.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1715

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