neues deutschland: Zur fehlenden Ausrichtung der AfD

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Nun also Drohungen gegen Abtrünnige der AfD – die
einmal mehr eine wüste Radikalität des fremdenfeindlichen
Pegida-AfD-Dunstkreises untermauern. Wer die Drahtzieher dieser
unflätig formulierten Schreiben an ausgetretene AfD-Mitglieder sind,
die sich der ALFA-Partei angeschlossen und ihr Mandat im Europäischen
Parlament behalten haben, das ist unklar. Bekannt hat sich dazu eine
»AfD Armee Fraktion« – ob es eine solche Gruppe wirklich gibt,
ermittelt die Polizei noch. Diese Drohbriefe rücken aber wieder ins
Bewusstsein, dass es erst wenige Monate her ist, als sich die AfD
komplett neu aufstellen musste – nachdem nämlich ihr Gründer Bernd
Lucke eine Kampfkandidatur gegen Frauke Petry verloren hatte und die
Partei verließ, um die bislang bedeutungslose ALFA zu gründen. Aller
Wahlerfolge zum Trotz bleibt die AfD eine junge Partei, die nach dem
Ausscheiden ihres Denkers Lucke und seiner Anhänger schwächer denn je
aufgestellt ist. Ihr scheint seitdem das Rückgrat zu fehlen. Das
zeigen die Überlegungen für eine neue Parteiausrichtung, über die der
kommende Bundesparteitag im April entscheiden soll. Bis dahin sei nur
noch wenig Zeit für komplexe Themen wie Rente, Gesundheit oder
Arbeitslosenversicherung, erklärte jüngst der Vorsitzende der
AfD-Programmkommission, Albrecht Glaser. Es sieht ganz danach aus,
als bliebe die AfD auch nach dem Parteitag vor allem eines – diffus
deutschnational. Ob das ausreicht, um sich dauerhaft in den
Parlamenten zu behaupten, darf bezweifelt werden.

Pressekontakt:
neues deutschland
Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

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