Nordnigeria: 13.000 Kirchen zerstört oder geschlossen / Aktuelle Studie von Open Doors belegt Ausmaß gezielter und massiver Gewalt (FOTO)

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Mehr als 11.500 Christen wurden ermordet, 13.000 Kirchen zerstört
oder geschlossen und etwa 1,3 Millionen Christen sind aus der Region
geflohen. Das sind die erschütternden Zahlen aus den Scharia-Staaten
im Norden Nigerias, auf die Open Doors in einem aktuellen Bericht
hinweist, der auf einer Untersuchung zur Verfolgung von Christen in
der Region im Zeitraum von 2000 bis 2014 basiert. In dem
detaillierten Bericht, den Open Doors am 24. Februar 2016
veröffentlicht hat, werden Entführungen, Raub, Vergewaltigungen und
die Zerstörung von Geschäften und Häusern dem Ziel zugeordnet, die
christliche Bevölkerung aus dem Norden und dem Mittelgürtel Nigerias
zu vertreiben.

Der aktuelle Bericht mit dem Titel „Crushed but not defeated – The
impact of persistant violence on the Church in Northern Nigeria“
entstand in Zusammenarbeit mit der „Christian Association of Nigeria“
(CAN), der größten überkonfessionellen Vereinigung nigerianischer
Christen, sowie weiteren Kirchenleitern und Experten. Ziel des
Berichts ist es, konkrete Handlungsansätze zur umfassenden Stärkung
der Kirchen in Nordnigeria aufzuzeigen.

Der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode, sieht in dem
Bericht eine wichtige Informationsbasis für die Kirchen und die
Politiker hierzulande, um auf der Grundlage der gewonnenen
Erkenntnisse tätig zu werden. Rode sieht in der jahrelangen
Eskalation der Gewalt die Gefahr eines zweiten Syriens auf
afrikanischem Boden. „Die Ausrufung eines Kalifats durch die
islamistische Gruppe Boko Haram in Nigeria sowie die weltweite
Verbrüderung sunnitischer Milizen wie Al Shabaab, Boko Haram und
Taliban mit dem IS zeigen, dass auch den Christen in Nigeria
zunehmend der Boden für ihre Existenz und die freie Ausübung ihres
Glaubens entzogen wird“, betont Rode. „Wir rufen mit der
Veröffentlichung dieses Berichts die Regierung und die Kirchen dazu
auf, die Christen im Norden Nigerias gezielt zu unterstützen und sich
für die Einhaltung der Menschenrechte seitens der Regierung von
Nigeria auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene einzusetzen. Wir
bitten die Christen in Deutschland um anhaltendes Gebet für die hart
verfolgten Christen im Norden Nigerias.“

Auswirkungen auf Kirchen und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die religiöse und politische Elite der Scharia-Staaten sieht ihren
Herrschaftsanspruch bedroht. Während der britischen Kolonialzeit gab
es noch kaum Christen im Norden, heute stellen sie mehr als 31% der
Bevölkerung – Tendenz zunehmend. Wurden deshalb so viele Kirchen
zerstört? Das Vertrauen der Christen in die muslimische Bevölkerung
ist schwer erschüttert. So bewerten etwa 80% der Christen das
Zusammenleben heute als erschwert und belastet. 65% beklagen den
Niedergang von Menschenrechten wie Rede , Versammlungs- und
Religionsfreiheit. 75% haben deshalb eine eher düstere Erwartung an
das zukünftige Zusammenleben. Angst hat sich breit gemacht. Drei von
vier Christen erfahren bei Bewerbungen oder Beförderungen vermehrt
Zurückweisung. Können und wollen sie weiter im Norden bleiben? „Die
trotz Gewalt geblieben sind, erleben eine Festigung ihres Glaubens“,
beschreibt ein Leiter aus Yobe die Situation. 80% der Christen
bestätigen das. Sie finden sich verstärkt zu Fasten und Gebet
zusammen.

Der Bericht zeigt weiter, dass kirchliche Leiter ihre
Gemeindemitglieder besser im Umgang mit Gewalt schulen wollen,
besonders die junge Generation. Die Ausbildung der Leiter soll stark
professionalisiert werden. Christen im muslimisch dominierten Norden
wollen sich zukünftig verstärkt in Politik und Wirtschaftsleben
einbringen und die Gesellschaft mit christlichen Werten formen.

Praktische und geistliche Hilfe – Zukunftsperspektiven schaffen

Open Doors unterstützt die Kirchen im Norden Nigerias seit vielen
Jahren in direkten Partnerschaften durch Trauma-Begleitung und
Ausbildung von Trauma-Beratern, organisiert Berufsausbildungskurse,
leistet finanzielle Unterstützung – insbesondere für Witwen, aber
auch zum Bau von christlichen Schulen und Kliniken – und ist
engagiert in Not- und Soforthilfe sowie der Schulung christlicher
Leiter.

Den Bericht und weitere Informationen finden Sie unter:
www.opendoors.de/nigeria

Über Open Doors

Weit mehr als 100 Millionen Christen werden weltweit aufgrund
ihres Glaubens verfolgt. Open Doors ist als überkonfessionelles
christliches Hilfswerk seit über 60 Jahren in rund 60 Ländern im
Einsatz für verfolgte Christen. Jährlich veröffentlicht Open Doors
den Weltverfolgungsindex, eine Rangliste von Ländern, in denen
Christen am stärksten verfolgt werden. Projekte von Open Doors
umfassen Hilfe zur Selbsthilfe, Ausbildung von christlichen Leitern,
Engagement für Gefangene, Nothilfe und Trauma-Arbeit, die
Bereitstellung von Bibeln und christlicher Literatur sowie die
Unterstützung von Familien ermordeter Christen. Mit einer breiten
Öffentlichkeitsarbeit informiert das Werk in Publikationen und mit
Vorträgen über Christenverfolgung und ruft zu Gebet und Hilfe für
verfolgte Christen auf.

Die Arbeit von Open Doors Deutschland e.V. wird durch Spenden
finanziert. Das Werk trägt das Spendenprüfzertifikat der Deutschen
Evangelischen Allianz.

Pressekontakt:
Für Fotos und Interviews mit Markus Rode wenden Sie sich bitte an
unser Pressebüro.

Kontakt Presse
Open Doors Deutschland e.V.
Postfach 1142
D-65761 Kelkheim
T +49 6195 – 67 67 180
F +49 6195 – 67 67 181
E pressebuero@opendoors.de
I www.opendoors.de

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