Nordsee – Zeitung: Niedersachsens Innenminister Pistorius befürchtet Überlastung der Notaufnahmeeinrichtungen – Forderung nach einem „Plan B“

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Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius
(SPD) hat die Bundesregierung aufgefordert, über einen „Plan B“
nachzudenken, falls die Flüchtlinge nicht mehr alle untergebracht
werden könnten. „Ich erwarte, dass dort zumindest theoretisch der
Fall durchgespielt wird, dass die Möglichkeiten der Aufnahme faktisch
überschritten werden“, sagte Pistorius der in Bremerhaven
erscheinenden „Nordsee-Zeitung“ (Freitag).

Allein nach Niedersachsen kämen täglich fast 1000 Flüchtlinge, „da
kommen wir mit neuen Plätzen bald nicht mehr hinterher“. Gleiches
gelte für die Betreuer. Das Problem sei die Geschwindigkeit des
Zustroms und die dadurch entstehenden praktischen Hürden. „Der
Zustrom muss insgesamt gebremst und besser organisiert werden“,
betonte der Minister. Ein großes Problem sei zudem, dass längst nicht
alle Flüchtlinge registriert seien, die sich in Deutschland
aufhielten. „Wir brauchen dringend ein anderes, besseres und
schnelleres Verfahren, damit wir wissen, wer im Land ist und damit
wir die Zuteilung und Versorgung verlässlicher organisieren können.“
Auch über Registrierzentren an den Grenzen müssen deshalb geredet
werden.

Pistorius wollte sich nicht auf eine Schätzung für die erwartete
Zahl der Flüchtlinge bis Jahresende festlegen, meinte aber: „Sicher
werden wir die Zahl von 800.000 überschreiten.“ Beim Treffen mit der
Kanzlerin am Sonntag in Berlin wollten er und seine Länderkollegen
Angela Merkel ein authentisches Bild von der Lage geben. „Wir werden
nichts beschönigen, aber auch nichts dramatisieren.“

Pressekontakt:
Nordsee – Zeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/226 20 230

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