NOZ: Arved Fuchs hält Wasserqualität in Rios Olympia-Bucht für katastrophal

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Arved Fuchs: Wasserqualität in Rios
Olympia-Bucht katastrophal

Abenteurer fordert besseren Schutz der Meere

Osnabrück.- Abenteurer Arved Fuchs sorgt sich um den Zustand der
Weltmeere. „So, wie wir uns Mühe geben, Landschaften auf den
Kontinenten unter Naturschutz zu stellen, müssen wir es auch auf den
Meeren tun“, sagte der 63-jährige Bad Bramstedter in einem Gespräch
mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (Dienstag). „Hier gibt es großen
Nachholbedarf.“ An diesem Dienstag kehrt Fuchs mit seiner Crew von
einer einjährigen Expedition in die Antarktis zurück, die unter dem
Namen „Ocean Change“ vor allem die Vermüllung und Überfischung in den
Fokus rückt.

In der Bucht von Rio de Janeiro, wo ab Samstag olympische
Disziplinen wie das Segeln ausgetragen werden, fand Fuchs eine starke
Wasserverschmutzung vor. „Wir haben kleine umgerüstete Bötchen
beobachtet, die eine Art Harke über das Wasser ziehen und den Müll
einschließlich toter Ratten einsammeln“, berichtete Fuchs. „Das ist
nichts anderes als Kosmetik, denn es ändert nichts an der
Wasserqualität, die katastrophal ist.“ Es gebe die offizielle
Empfehlung, dass Segler möglichst keinen Wasserkontakt haben sollten.
Fuchs: „Das ist absurd.“

Das Problem der Vermüllung sei subtil, so Fuchs. „Es ist ja nicht
so, dass man durch einen Teppich an Plastiktüten segelt. Das Material
wird zerrieben zu einer Art Granulat, sinkt in ein paar Meter Tiefe
ab und geht in die Nahrungskette über. Mit anderen Worten: Irgendwann
sind die Plastikteilchen über den Fisch wieder auf unserem Tisch. Das
ist das Verhängnisvolle“, sagte Fuchs. „Hier muss ein Umdenken
stattfinden, das schon über den Schulunterricht angestoßen werden
kann.“

Auch die Überfischung setze den Ozeanen zu. „Wenn es so
weitergeht, werden die Fischbestände weltweit weiter stark
reduziert“, sagte Fuchs. „Vor der Küste Uruguays haben wir eine
riesige asiatische Fangflotte gesehen, die gar nicht mehr an Land
kommt, sondern vollständig auf See versorgt wird. Die kleinen Fischer
bleiben dabei auf der Strecke. Es gibt für sie immer weniger Beute.“
Fische müssten als schützenswerte Spezies betrachtet und die
Fangquoten überdacht werden. Doch eine enorm starke Fischerei-Lobby
unterstütze die Industrietrawler und kaum die Kleinbetriebe. „So geht
ein Stück Küstenkultur verloren“, kritisierte Fuchs.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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