NOZ: Bundeslandwirtschaftsminister kündigt „klare Kennzeichnung“ für Produkte aus artgerechter Haltung an

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Bundeslandwirtschaftsminister kündigt „klare
Kennzeichnung“ für Produkte aus artgerechter Haltung an

Schmidt: Tierwohl steht hoch im Kurs – „Nachfrage nach
Halal-Fleisch bringt Zielkonflikt“

Osnabrück. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)
will Agrarprodukte aus artgerechter Tierhaltung künftig klar und
einheitlich kennzeichnen. Er lasse derzeit prüfen, wie dieser
eindeutige Verbraucherwunsch erfüllt werden könne, sagte Schmidt der
„Neuen Osnabrücker Zeitung“(Samstag).

Tierwohl stehe hoch im Kurs bei den Bundesbürgern. Der
Ernährungsreport belege, dass 89 Prozent der Befragten bereit wären,
einen höheren Preis für Lebensmittel zu zahlen, die aus artgerechter
Tierhaltung stammen.

Der Minister räumte ein, dass die Nachfrage von Muslimen nach
Halal-Fleisch zu einem „Zielkonflikt“ führen könne. Muslime dürfen
nur Tiere essen, die ohne Betäubung mit einem einzigen Schnitt quer
durch die Halsunterseite getötet werden. Halal-Produkte könnten
durchaus aus einer Schlachtung mit Betäubung stammen, sagte dazu der
Minister. „Dennoch ist klar: Beim Schächten gibt es einen
Zielkonflikt zwischen Tierschutz und dem Grundrecht auf freie
Ausübung von Religion, den man nur schwer auflösen kann“, fügte er
hinzu. Für das Schächten sei eine Ausnahmegenehmigung der Länder
nötig, die seines Wissens dabei “ sehr verantwortungsvoll und
zurückhaltend“ vorgingen.

Bundeslandwirtschaftsminister: Bauern nicht in die Schmuddelecke
drängen

Schmidt fordert „mehr Respekt“ und will vor der Grünen Woche mit
Landwirten und deren Kritikern reden

Osnabrück. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)
hat mehr Respekt für die deutschen Bauern gefordert, deren Situation
angesichts eines anhaltenden Abschwungs „schwierig“ sei. In einem
Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) verwahrte
sich Schmidt dagegen, dass die finanziell unter Druck stehenden
Landwirte „auch noch ständig beschimpft und zum alleinigen Sündenbock
für Klimawandel und Skandale gemacht“ würden. Die Landwirtschaft sei
eine starke und wichtige Branche, ohne die es nicht gehe. „Das müssen
wir deutlich machen – vor allem jenen, die die Bauern in die
Schmuddelecke drängen wollen“, sagte der Minister mit Blick auf Grüne
Woche, die am 15. Januar beginnt. Er rief die Kritiker der
Ernährungsbranche zu Sachlichkeit auf. „Jeder darf für seine
Interessen demonstrieren, aber bitte ohne Pöbeleien“, erklärte
Schmidt. Noch vor der Grünen Woche will er die sich
gegenüberstehenden Bündnisse „Wir haben es satt“ und „Wir machen
satt“ an einen Tisch holen. Aktuell seien drei von vier Bundesbürgern
mit der Qualität der deutschen Lebensmittel sehr zufrieden. Das sei
auch ein Beweis für das Vertrauen in die deutsche Landwirtschaft,
betonte Schmidt.

Agrarminister nennt EU unflexibel „wie einen Tanker bei voller
Fahrt“

Schmidt kritisiert Bürokratie: Direktzahlungen hätten direkt auf
Konten der Bauern ankommen sollen

Osnabrück. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)
hat sich verärgert über unangemessene bürokratische Hürden bei den
Hilfen für Landwirte geäußert. „Die EU ist manchmal so flexibel wie
ein Tanker bei voller Fahrt“, kritisierte Schmidt in einem Interview
mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Die Direktzahlungen
der EU seien ein wichtiges Instrument bei der Einkommens- und
Risikoabsicherung landwirtschaftlicher Betriebe. „Ich hätte mir
gewünscht, dass das Geld schnell und direkt auf den Konten der Bauern
ankommt“, erklärte Schmidt. Aber die Mechanismen bei der EU und auch
in den Ländern seien sehr kompliziert. Er könne die Klagen der
Landwirte über massive Einnahmeverluste nachvollziehen. Bauern seien
heute IT-Experten, Landschaftspfleger, Natur-und Tierschützer,
Ernährungsexperten und Unternehmer in einer Person. Sie arbeiteten
hart und müssten anständig verdienen können, betonte der
Agrarminister. Mit Liquiditätshilfen und Entlastungen bei den
Sozialabgaben unterstütze das Bundeslandwirtschaftsministerium die
Bauern. Die Politik könne aber den wichtigen Mechanismus zwischen
Angebot und Nachfrage nicht dauerhaft außer Kraft setzen, unterstrich
Schmidt.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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