NOZ: DGB-Studie: Trotz Aufschwungs weiter große Probleme für ältere Arbeitslose

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DGB-Studie: Trotz Aufschwungs weiter große
Probleme für ältere Arbeitslose

Über 50-Jährige immer länger arbeitslos – Gewerkschaft fordert
mehr Hilfen

Osnabrück. Die Beschäftigungssituation älterer Menschen hat sich
zwar verbessert, aber ältere Arbeitslose profitieren nach einer neuen
DGB-Studie oft nicht davon. „Es ist paradox. Im Schnitt verlängert
sich die Dauer ihrer Arbeitslosigkeit sogar“, sagte
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Mittwoch).

Nach der bislang unveröffentlichten Studie steigt die
durchschnittliche Verbleibdauer älterer Arbeitsloser in
Arbeitslosigkeit seit Jahren an. Bei den über 50-Jährigen erhöhte
sich dieser Wert im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um drei auf 91
Wochen, heißt es in der Sonderauswertung des DGB-Indexes „Gute
Arbeit“. Hier verhärte sich Arbeitslosigkeit, klagen die
Gewerkschaften.

Im Jahresdurchschnitt 2014 waren demnach rund 584 000 Ältere (55
Jahre oder älter) ohne Beschäftigung – knapp zehn Prozent mehr als im
Jahr 2010. In diesem Zeitraum hat sich aber auch die Zahl der
Beschäftigten über 55 Jahre um rund 1,1 Millionen erhöht. Auch die
Beschäftigungsquote entwickelte sich der Studie zufolge positiv: Von
2010 bis 2014 ist sie in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen um
acht Prozentpunkte auf 47 Prozent gestiegen.

Die DGB-Experten führen die höhere Alterserwerbstätigkeit auf
mehrere Gründe zurück, so etwa den demografischen Wandel und die
Alterung der Belegschaften: „Dadurch kommen zunehmend geburtenstarke
Jahrgänge ins rentennahe Alter.“ Zudem habe der Gesetzgeber
„Vorruhestandstüren“ geschlossen. Ferner steige die Erwerbstätigkeit
von Frauen. Und schließlich komme die stärkere Nachfrage nach
Arbeitskräften mit Verzögerung auch bei den Älteren an.

Unverändert gibt es aber auch Probleme und Ungleichgewichte. So
liegt die Arbeitslosenquote der über 55-Jährigen seit der Überwindung
der Wirtschaftskrise 2008/2009 um 1,1 bis 1,4 Prozentpunkte über der
allgemeinen Erwerbslosenrate: „Beide Quoten sind rückläufig, die
Quote der Älteren bleibt aber auf deutlich höherem Niveau.“

Buntenbach zeigte sich besorgt über die Erwerbslosigkeit im Alter,
„zumal 55 Prozent der älteren Langzeitarbeitslosen eine
Berufsausbildung und 12 Prozent eine akademische Ausbildung haben“.
Es müsse also weitaus mehr getan werden, damit diese Arbeitnehmer
erst gar nicht arbeitslos werden, sagte die Gewerkschafterin. Sie
forderte zusätzliche Anstrengungen in der betrieblichen Weiterbildung
auch für Ältere, altersgerechte Arbeitsbedingungen und eine
Ausweitung der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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