NOZ: Frauenrechtlerin Schwarzer hält Lohfink-Urteil für einen Skandal

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Frauenrechtlerin Schwarzer hält Lohfink-Urteil
für einen Skandal

Alice Schwarzer: Künftig werden noch weniger Frauen eine
Vergewaltigung anzeigen

Osnabrück. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer befürchtet nach
der Verurteilung des Models Gina-Lisa Lohfink, dass künftig noch
weniger Frauen eine Vergewaltigung anzeigen werden. In einem Gespräch
mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) sagte die
Herausgeberin der Frauenzeitschrift „Emma“: „Nur jede zwölfte
Vergewaltigung wird in Deutschland angezeigt, nur jede hundertste
führt zu einer Verurteilung. Es ist zu befürchten, dass es nach dem
Berliner Urteil noch weniger sein werden.“ Das Model war wegen
falscher Vergewaltigungs-Vorwürfe zu einer Geldstrafe verurteilt
worden. Nach Ansicht der Frauenrechtlerin gibt es im Falle Lohfink
keinen Zweifel an der sexuellen Gewalt, die das Opfer erlitten habe:
„Wie auch immer man diese auf Video dokumentierten Stunden
interpretieren mag – unübersehbar ist, dass die beiden Männer extrem
brutal und verächtlich mit der Frau umgegangen sind“, sagte
Schwarzer. „Dass Gina-Lisa das Geschehen als „Sex gegen ihren Willen“
empfindet, ist verständlich.“ Die Frauenrechtlerin fügte hinzu: „Die
Frau dafür zu 20 000 Euro wegen „Falschbeschuldigung“ zu verurteilen,
ist ein Skandal.“ Es handle sich um einen von vielen Skandalen beim
Umgang der Justiz mit dem dunklen Kapitel Sexualgewalt.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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