NOZ: Gespräch mit Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz

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Patientenschützer fordern „Nationalen
Aktionsplan Hygiene“

Brysch: Jährlich 25.000 Todesfälle in Kliniken durch
multiresistente Keime – „Bund und Länder müssen reagieren“

Osnabrück. Patientenschützer haben anlässlich des ersten
Internationalen Tages der Patientensicherheit an diesem Donnerstag
einen „Nationalen Aktionsplan Hygiene“ gefordert. In einem Gespräch
mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) sagte Eugen Brysch,
Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, es gebe pro Jahr in
den Kliniken geschätzte 25.000 Todesfälle durch multiresistente
Keime. Daher seien Bund und Länder zum sofortigen Handeln
verpflichtet. Nötig seien einheitliche, verbindliche
Hygiene-Standards in den insgesamt 1980 deutschen Krankenhäusern.

Erforderlich sei ein Systemwechsel, verlangte Brysch:
„Infektionsgefahren müssen aktiv aufgespürt und Risikopatienten in
Einzelzimmern isoliert werden.“ Außerdem müsse es generell
Eingangsscreenings geben. „Sie sind ein wirksames Instrument, um die
Übertragung von Keimen zu verhindern“, erklärte der
Patientenschützer. Mit Blick auf die weltweite Reisetätigkeit von
Menschen und die aktuellen Flüchtlingsbewegungen seien sie zwingend.
„Keime machen nicht an Grenzen halt“, sagte Brysch.

Er verlangte von den Krankenhäusern, mehr Pflegekräfte und
Hygiene-Fachkräfte einzustellen. „Hier ist Deutschland im Vergleich
zu Großbritannien, Schweden und der Schweiz Schlusslicht.“ Für jede
Klinik müsse zudem ein externes Whistleblower-System verpflichtend
werden. „Nur so lassen sich Hinweise von Mitarbeitern auf
Hygiene-Missstände wirksam sammeln und aufbereiten.“ Nur eine externe
Stelle garantiere, dass Angestellte keine beruflichen Nachteile
befürchten müssten.

Die Bundesländer müssten Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften bilden,
die sich neben der Korruption im Gesundheitswesen auch um die
Patientensicherheit kümmerten. „Nicht nur dunkle Geldflüsse gilt es
aufzuklären, sondern auch der Gefährdung von Gesundheit und Leben
offensiv zu begegnen“, forderte Brysch. Der Internationale Tag der
Patientensicherheit wird erstmals am 17. September 2015 begangen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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