NOZ: Gespräch mit Eva Lohse, Präsidentin des Deutschen Städtetages

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Städtetag: Zahl der Plätze in
Erstaufnahmeeinrichtungen auf 150 000 erhöhen

Präsidentin Lohse fordert Entlastung der Kommunen durch
Verdreifachung der Kapazitäten der Länder

Osnabrück.- Die Länder müssen nach Auffassung des Deutschen
Städtetages aufgrund der hohen Asylbewerberzahlen die Plätze in ihren
Erstaufnahmeeinrichtungen massiv auf mindestens rund 150 000
ausbauen.

Die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Ludwigshafens
Oberbürgermeisterin Eva Lohse, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Mittwoch), angesichts der für diesen Mittwoch erwarteten neuen
Prognose des Bundes zu den Flüchtlingszahlen: „Die Kommunen leisten
ungeheuer viel, um Flüchtlinge aufzunehmen und zu versorgen. Und die
Herausforderung wächst mit der Zahl der Menschen. Deshalb brauchen
wir vor Ort eine stärkere Entlastung durch höhere Kapazitäten der
Länder.“ Damit eine geordnete Aufnahme möglich werde, seien
mindestens 150 000 Plätze erforderlich – eine Verdreifachung
gegenüber den Platzzahlen aus dem Frühjahr.

Lohse forderte außerdem, Bund und Länder müssten – wie verabredet
– konsequent unterscheiden zwischen Asylbewerbern mit so gut wie
keiner Chance auf Anerkennung und Bürgerkriegsflüchtlingen aus
Ländern wie Syrien und Irak. „Vor allem die Asylverfahren der
Menschen aus dem Westbalkan müssen stark beschleunigt werden, damit
sie aus den Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder erst gar nicht an
die Kommunen verteilt werden“, sagte die Oberbürgermeisterin. „Das
funktioniert aber nur, wenn die Kapazitäten der Länder sehr stark
ausgebaut werden.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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