NOZ: Gespräch mit Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes

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Städte- und Gemeindebund: Neue Dimension bei
Flüchtlingszahlen realistisch bewerten

Landsberg fordert mehr Personal, schnellere Verfahren und mehr
Geld – Appell vor dem Gipfel im Kanzleramt

Osnabrück.- Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat angesichts
eines Zustroms von mindestens 450 000 Flüchtlingen in diesem Jahr
Bund und Länder aufgefordert, diese neue Dimension realistisch
einzuschätzen und die Flüchtlingspolitik grundlegend neu
auszurichten. Vor allem bei Flüchtlingen aus Bürgerkriegsgebieten
müsse die Entscheidung über einen Asylantrag binnen weniger Wochen
gefällt werden können, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg in
einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag). Er
appellierte ferner an die Teilnehmer des Flüchtlingsgipfels an diesem
Freitag im Kanzleramt, weitere finanzielle Hilfen zu beschließen. Je
500 Millionen Euro vom Bund für die Jahre 2015 und 2016 reichten
nicht aus, wenn nun die Zahlen nach oben korrigiert werden müssten
und statt der bisher prognostizierten 300 000 Flüchtlinge deutlich
mehr kämen. Landsberg forderte mehr Personal beim Bundesamt für
Migration und die Vergrößerung der Einrichtungen zur Erstaufnahme von
Flüchtlingen. Bereits hier müsse die Entscheidung über Asylanträge
gefällt werden. Erst danach sollte eine Verteilung auf die Kommunen
erfolgen, betonte der Hauptgeschäftsführer. Diese seien schon jetzt
deutlich überfordert. Dabei würden die Krisen in der Welt langfristig
zu noch größeren Flüchtlingsströmen führen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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