NOZ: Gespräch mit Klaus F. Zimmermann, Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA)

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Ökonom Zimmermann: Flüchtlingen Zugang zum
Arbeitsmarkt gewähren

Ex-DIW-Chef fordert vor EU-Gipfel neue Zuwanderungspolitik –
Plädoyer für Mittelmeerunion

Osnabrück.- Vor dem EU-Sondergipfel am Donnerstag hat der Ökonom
Klaus F. Zimmermann sich dafür ausgesprochen, qualifizierten
Flüchtlingen Zugang zum europäischen Ausbildung- und Arbeitsmarkt zu
gewähren. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Donnerstag) sagte der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit
(IZA) in Bonn: „Junge, gut ausgebildete, motivierte, leistungsbereite
Köpfe brauchen wir in Zukunft dringender denn je.“

Zimmermann forderte die europäischen Staats- und Regierungschefs
deshalb auf, die Weichen für eine Neuorientierung der Zuwanderungs-
und Flüchtlingspolitik zu stellen. „Neben kurzfristigen Maßnahmen
geht es darum, unsere humanitären Verpflichtungen gegenüber
Asylsuchenden einerseits und unsere europäischen demografischen
Interessen andererseits in einem Gesamtkonzept zusammenzubringen“,
sagte der frühere Präsident des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW). Flüchtling zu sein, „ist kein Beruf,
sondern Schicksal“, sagte Zimmermann. Daher müsse Europa den
bedrängten Menschen Schutz und eine neue Lebensperspektive bieten.

Zudem plädierte Zimmermann für die Schaffung einer Mittelmeerunion
zwischen Europa und den Anrainerstaaten in Nordafrika und dem Nahen
Osten. „Eine solche wirtschaftliche Partnerschaft würde den
Flüchtlingsdruck auf Europa dauerhaft verringern, indem in den
Krisenregionen selbst bessere wirtschaftliche und stabilere
politische Verhältnisse ermöglicht werden“, sagte er.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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