NOZ: Gespräch mit Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen

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Rassismus-Debatte: Bundesbeauftragter für
Stasi-Unterlagen warnt vor Pauschalisierungen

Behördenchef Jahn: Die ostdeutschen Länder bestehen nicht nur aus
den paar Menschen, die vor Flüchtlingseinrichtungen gewalttätig
werden

Osnabrück. Mit Blick auf die Debatte um Rassismus in
Ostdeutschland warnt Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die
Stasi-Unterlagen, vor Pauschalisierungen. In einem Gespräch mit der
„Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) sagte Jahn: „Es gibt keine
einfache Wahrheit bei diesem Thema, deshalb müssen wir die Ursachen
von Fremdenhass insgesamt betrachten.“ Es sei wenig hilfreich, den
schwarzen Peter zwischen Ost- und Westdeutschland hin- und
herzuschieben, erklärte Jahn. Stattdessen gelte es zu differenzieren:
„Im Osten Deutschlands hat es über Jahrzehnte eine mangelnde
Erfahrung mit Weltoffenheit gegeben. Doch dies ist nur ein Faktor von
vielen.“

Zugleich stelle er gerade im Osten eine große Aufnahmebereitschaft
für Flüchtlinge und eine enorme Hilfsbereitschaft fest, erklärte
Jahn. Die Begründung dafür liege ebenfalls in der DDR-Vergangenheit:
„Die Menschen hier wissen ganz genau, was Menschenrechtsverletzungen
bedeuten und wie es ist, Hilfe zu benötigen. Das macht sie selbst zu
hilfsbereiten Menschen“, sagte der Leiter der
Stasi-Unterlagen-Behörde und fügte hinzu: „Die ostdeutschen Länder
bestehen nicht nur aus den paar Menschen, die vor
Flüchtlingseinrichtungen gewalttätig werden.“ In dieser Situation
gelte es, gemeinsam in Deutschland das Demokratiebewusstsein zu
schärfen, Menschenrechte hochzuhalten und für das Grundrecht auf Asyl
einzustehen, betonte Jahn.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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