NOZ: Gespräch mit Rupert Neudeck, Ehrenvorsitzender der Hilfsorganisation Grünhelme

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Neudeck: Deutsche Afghanistan-Politik ist
gescheitert

Grünhelme-Gründer kritisiert jahrelangen Nato-Einsatz –
„Militärpräsenz hat Land geschadet“

Osnabrück. Angesichts der Entführung einer deutschen
Entwicklungshelferin in Afghanistan hat der Grünhelme-Gründer Rupert
Neudeck der deutschen Politik vorgeworfen, eklatant versagt zu haben.
In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch)
sagte der Ehrenvorsitzende der Hilfsorganisation, „der Isaf-Einsatz
der Nato hat in Afghanistan keine Sicherheit, sondern Unsicherheit
gebracht“.

Derzeit sind am Hindukusch nur noch 80 deutsche Entwicklungshelfer
im Dienst. Vor dem Sommer waren es noch rund 200 gewesen. Im Frühjahr
war es bereits zu einer weiteren Entführung gekommen. Die Grünhelme
haben in Afghanistan mehrere Schulen gegründet.

Die Aussage, die afghanischen Sicherheitskräfte könnten nach dem
Abzug der Isaf-Truppen Ende 2014 selbst die Verantwortung übernehmen,
sei eine „reine Schutzbehauptung“ gewesen, betonte Neudeck. Der Nato
sei bewusst gewesen, dass dies fehlschlagen müsse. Zu viel habe der
Westen im Vorhinein falsch gemacht. Vor allem in Deutschland sei zu
Beginn des Einsatzes viel Hoffnung vonseiten der Afghanen gesetzt
worden. Aber: „Die jahrelange Militärpräsenz hat dem Land eher
geschadet.“ Stattdessen hätten gerade die Deutschen von Anfang an
viel mehr am wirtschaftlichen Wiederaufbau mitwirken müssen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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