NOZ: Gespräch mit Rupert Neudeck, Vorsitzender der Hilfsorganisation Grünhelme

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Neudeck fordert Ausbildungs- und
Wirtschaftsoffensive für Afghanistan

Vorsitzender der Grünhelme für möglichst schnellen Abzug der
Bundeswehr

Osnabrück. Der Vorsitzende der Hilfsorganisation Grünhelme, Rupert
Neudeck, hat für Afghanistan eine große Ausbildungs- und
Wirtschaftsoffensive der Bundesregierung gefordert. In einem Gespräch
mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte Neudeck, nach
der Eroberung der Provinzstadt Kundus durch die Taliban wollten sich
vermutlich Hunderttausende Afghanen auf den Weg nach Deutschland
machen. „Wir können diese Bewegung nicht ganz aufhalten, aber
vielleicht unterbrechen“, sagte Neudeck. Es gebe große Traditionen
der Textilindustrie sowie große Möglichkeiten in der Autoindustrie
und beim Aufbau von mittelständischen Betrieben. „Das müsste jetzt
mit staatlicher deutscher Hilfe ganz schnell begonnen werden.“ Der
Ruf der Deutschen sei in Afghanistan weiterhin sehr gut.

Kritisch bewertete Neudeck den Einsatz der Bundeswehr und die
Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte durch deutsche Soldaten.
Dies sei gefährlich, teuer und zum Scheitern verurteilt. Wichtig sei
es daher, möglichst schnell alle Nato-Soldaten und damit auch die
Bundeswehr vom Hindukusch abzuziehen. „Derzeit sind sie alle von der
Bevölkerung isoliert wie in Weltraumkapseln“, erklärte der
Vorsitzende der Grünhelme. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das
jemand in Afghanistan als sinnvoll erachtet.“ Die Bundeswehr habe
„diesen ganzen furchtbar teuren Zirkus“ nicht mitmachen dürfen.
Deshalb sei der Fall von Kundus vorhersehbar gewesen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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