NOZ: Gymnasiallehrer nennen Qualität des Englischunterrichts in Grundschulen „sehr enttäuschend“

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Gymnasiallehrer nennen Qualität des
Englischunterrichts in Grundschulen „sehr enttäuschend“

Bundesvorsitzender des Philologenverbands: „Wir können bei Null
anfangen“ – Lehrerverband stellt Kultusministern „Armutszeugnis“ aus,
weil sie keine Regeln schaffen

Osnabrück. Die deutschen Gymnasiallehrer halten wenig von der
Qualität des Englischunterrichts in Grundschulen. Die Ergebnisse des
frühen Fremdsprachenunterrichts seien „sehr enttäuschend“, sagte der
Bundesvorsitzende des Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger der
„Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Nach wie vor sei unklar,
worauf die Englischlehrkräfte an den Gymnasien aufbauen könnten. „Im
Grunde genommen muss nochmals bei Null begonnen werden“, kritisierte
Meidinger und stellte der Kultusministerkonferenz „ein Armutszeugnis“
aus. Die Minister sollten sich umgehend auf einheitliche
Bildungsstandards für Englisch in Grundschulen einigen, die auch
Grundkenntnisse im Wortschatz und der Grammatik festschreiben.

Die Stundentafel der Grundschule müsse außerdem so ausgeweitet
werden, dass das Frühenglisch nicht auf Kosten des wichtigen
Deutschunterrichts gehe. „Und ganz wichtig: Englischunterricht an den
Grundschulen soll ausschließlich durch dafür ausgebildete Lehrkräfte
erfolgen“, forderte Meidinger. Nötig seien Lehrkräfte, die das Fach
schwerpunktmäßig an der Hochschule studiert hätten. Meidinger
vertritt 90 000 Gymnasiallehrer in Deutschland.
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Philologenverband: Niveau des Abiturs dringend wieder anheben

Bundesvorsitzender Meidinger: „Ministerpräsidenten klagen, haben
aber keinen Mut zu grundsätzlicher Kurskorrektur“ – Scharfe Kritik an
„Fehlsteuerung im Bildungswesen“

Osnabrück. Der Deutsche Philologenverband fordert die rasche
Korrektur einer „gigantischen Fehlsteuerung im deutschen
Bildungswesen“. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Samstag) plädierte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger
dringend dafür, das Niveau des Abiturs wieder anzuheben. „Dass mehr
als die Hälfte eines Jahrgangs die Reifeprüfung macht, war politisch
gewollt und wurde mit einer schleichenden Absenkung der Anforderungen
erkauft“, kritisierte der Pädagoge, der 90 000 Gymnasiallehrer
vertritt. Es gebe „eine Inflation guter Noten“, denen oft keine
realen Leistungssteigerungen zugrunde lägen. Das Abitur sei als
Königsweg propagiert worden, während alle anderen Abschlüsse
abgewertet worden seien. „Zwar gibt es jetzt bis hin zu manchen
Ministerpräsidenten das Eingeständnis, Fehler gemacht zu haben.
Leider hat aber niemand den Mut zur grundsätzlichen Kurskorrektur“,
beklagte Meidinger.

Dringend nötig sei, auch in der gymnasialen Oberstufe die
Strukturen und Inhalte auf deutlich höherem Niveau anzugleichen.
Bayern prüfe Mathematik und Deutsch im Abitur verbindlich und
schriftlich. „In anderen Ländern kann man sich darum herummogeln und
schlechte Resultate streichen lassen. Das kann so nicht weitergehen“,
warnte Meidinger.

Eine klare Absage erteilte er generellen Eingangstest an
Hochschulen, mit denen diese die Studierfähigkeit von Abiturienten
überprüfen. „Ich warne davor“, sagte der Philologenchef. Solche
Prüfungen machten das Bildungssystem nicht gerechter, weil sie
Abiturienten aus bildungsnahen Elternhäusern begünstigten. Diese
können sich oft besser präsentieren und bei Studienbeginn bereits von
den Eltern teuer bezahlte Zusatzqualifikationen wie
Auslandsaufenthalte vorweisen.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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