NOZ: Interview mit Axel Reimann, Präsident der Deutschen Rentenversicherung (DRV)

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Rentenversicherung: Zwei bis drei Prozent
Rendite

Präsident Reimann sieht Institut gut aufgestellt – „Wir müssen
Vergleich nicht scheuen“ – Beitragssatz ab 2019 wieder erhöht?

Osnabrück.- Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) muss nach den
Worten ihres Präsidenten Axel Reimann in der Altersvorsorge „den
Vergleich nicht scheuen“. In einem Interview mit der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) sagte Reimann, die Rendite in der
gesetzlichen Versicherung liege „längerfristig bei zwei bis drei
Prozent“. Das sei eine durchaus verlässliche Zahl. Vergleichbare
Rechnungen gebe es von der Stiftung Warentest und dem
Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung. „Dies zeigt einmal mehr, dass sich die
Rentenversicherung auch in schwierigen Zeiten als stabiler Anker
erweist“, sagte Reimann.

Die Reserven in der Rentenkasse sinken allerdings. Ende Juni waren
laut Reimann noch 32,9 Milliarden Euro in der
Nachhaltigkeitsrücklage. Zum Vergleich: Ende des vergangenen Jahres
hatte die Rücklage noch 35 Milliarden Euro betragen. Hintergrund sind
unter anderem höhere Ausgaben für die Rente mit 63 und die
ausgeweiteten Mütterrenten. Außerdem kommen immer mehr geburtenstarke
Jahrgänge ins Rentenalter.

Reimann erwartet vor diesem Hintergrund, dass der im Januar um 0,2
Punkte auf 18,7 Prozent gesenkte Beitragssatz ab dem Jahr 2019 wieder
angehoben werden muss. Gesetzliche Vorgabe ist, dass der Beitragssatz
bis 2020 nicht über 20 Prozent und bis 2030 nicht über 22 Prozent
ansteigt. Der Präsident versicherte: „Diese Vorgaben werden nach
unseren Vorausberechnungen eingehalten.“

Auch die gesetzlichen Grenzen beim Rentenniveau werden nach den
Worten von Reimann eingehalten. Er sagte, 2030 werde das Niveau nach
den gegenwärtigen Vorausberechnungen bei rund 44 Prozent liegen.
Gesetzlich vorgeschrieben sind mindestens 43 Prozent. Das
Rentenniveau beschreibt die gesetzlichen Renten im Vergleich zu den
Durchschnittslöhnen und -gehältern der Arbeitnehmer.

Im vergangenen Jahr lag das Rentenniveau bei 48 Prozent, nachdem
es 2004 noch 53 Prozent gewesen waren. Reimann betonte, die Absenkung
sei Folge der Gesetzesänderungen zur finanziellen Stabilisierung der
Rentenversicherung. Ein Absinken des Niveaus heiße aber nicht, dass
die Renten sinken: „Das ist durch die Rentengarantie sogar gesetzlich
ausgeschlossen. Die Renten werden auch künftig steigen, aber nicht
mehr so stark wie die Löhne.“

Für die Zeit nach 2030 deutete Reimann Veränderungen an. „Hier
sollte man überlegen, ob wir neue Zielgrößen brauchen. Die
demografische Entwicklung hört ja nicht 2030 auf.“ Auf die Frage, ob
das Rentenniveau weiter abgesenkt werden müsse, sagte der Präsident
der Rentenversicherung: „Man sollte sich darüber Gedanken machen,
welchen Beitragssatz man bereit ist zu zahlen und welches
Rentenniveau noch akzeptabel ist.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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