NOZ: Interview mit Susanne Graf, Leiterin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen

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Landesaufnahmebehörde: Wir bringen wieder mehr
Ordnung in die Abläufe

Außenstelle Bramsche um 700 Flüchtlinge entlastet

Osnabrück. Niedersachsen bewegt sich bei der Aufnahme von
Flüchtlingen „hart an der Grenze“ der Belastbarkeit. Trotzdem gelingt
es dem Land, „wieder mehr Ordnung in die Abläufe zu bringen“, sagte
Susanne Graf, Leiterin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, im
Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

Mehr als 10.000 Flüchtlinge sind landesweit aktuell in
Notunterkünften untergebracht, weitere 16.000 in den Häusern der
Landesaufnahmebehörde. Graf betonte, man habe „elementare Schritte“
unternommen, um die Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen nach den
starken Zugängen Anfang September zu konsolidieren und „wieder mehr
Ordnung in die Abläufe zu bringen“. Als Beispiel verwies sie auf die
Landesaufnahmestelle in Bramsche-Hesepe: „Hier haben wir alleine in
der vergangenen Woche dafür gesorgt, dass deutlich über 700 Menschen
weniger in der Einrichtung sind. In Braunschweig haben wir im
gleichen Zeitraum die Einrichtung sogar um annähernd 1000 Menschen
entlastet.“

Pro Tag nimmt das Land nach den Worten von Graf gegenwärtig 1000
Menschen auf – „mit steigender Tendenz“. Sie sagte voraus: „Wir
werden also mehr Platz brauchen, sogar deutlich mehr.“ Eine
Größenordnung von mehreren hundert zusätzlichen Plätzen pro Tag bis
Ende des Jahres sei nicht unrealistisch: „Und das im Winter, eine
Mammut-Aufgabe, vor der alle Bundesländer stehen.“

Graf wies zugleich den Vorschlag zurück, Flüchtlinge getrennt nach
Nationalität und Religion unterzubringen. „Wir haben andere Probleme.
Wir arbeiten erst einmal daran, alle Menschen unterzubringen.“ Im
Übrigen gebe es verschiedene Gründe für Konflikte. Meist gehe es
nicht um Differenzen zwischen verschiedenen Ethnien oder Religionen.
„Wir haben in den Einrichtungen eine beengte Situation, natürlich
gibt es da Probleme. Sie würde es bestimmt auch geben, wenn man
deutsche Christen über einen längeren Zeitraum in diesen
Einrichtungen hätte. Das ist wohl menschlich.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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