NOZ: Journalistenverband kritisiert: Polizei bei Demosüberfordert

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Journalistenverband kritisiert: Polizei bei
Demos überfordert

DJV-Chef Überall fordert besseren Schutz von Journalisten

Osnabrück. Mit Sorge registriert der Deutsche Journalisten-Verband
(DJV) die steigende Zahl von Angriffen auf Journalisten bei
Demonstrationen. Von der Polizei würden die Mitarbeiter der Medien
häufig im Stich gelassen, kritisierte der Verbandsvorsitzende Frank
Überall im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag):
„Die Polizei schreitet nicht adäquat ein. Die Beamten sind teils
überfordert.“

Um die Sicherheit der Pressemitarbeiter zu gewährleisten, müsse
sich etwas ändern, fordert Überall. „Das Bewusstsein dafür fehlt aber
häufig in den oberen Etagen“, sagte er. Auch an der Justiz äußerte
der DJV-Chef Kritik. Die Gerichte in Deutschland müssten Verbrechen
gegen Journalisten härter bestrafen, als es derzeit der Fall sei.

Die vermehrten Angriffe auf Reporter, Fotografen und Kameraleute
in den vergangenen Monaten hätten bei seinen Berufskollegen deutliche
Spuren hinterlassen. Überall registriert eine wachsende
Verunsicherung. „Wir sind alle nur Menschen. Und wenn auf uns Steine
geworfen werden oder eine Explosion in unserer Nähe losgeht, ist es
doch klar, dass man Angst hat“, sagte er.

Der DJV-Vorsitzende fürchtet, dass dieses Problem in den nächsten
Monaten noch größer wird, wenn die Unterstützung von Politik, Polizei
und Justiz weiterhin fehle. „Die Radikalisierung bei Demos nimmt zu –
und damit auch die Gewaltbereitschaft.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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