NOZ: Kinderhilfswerk mahnt Eltern zu mehr Gelassenheit bei der Erziehung

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Zum Weltkindertag: Kinderhilfswerk mahnt Eltern
zu mehr Gelassenheit bei der Erziehung

Präsident Krüger plädiert dafür, Kinder stärker mitbestimmen zu
lassen – „Ein bisschen mehr Vertrauen würde gut tun“

Osnabrück. Anlässlich des Weltkindertags 2016 an diesem Dienstag
rät das Deutsche Kinderhilfswerk zu mehr Gelassenheit bei der
Kindererziehung. Thomas Krüger, Präsident des Deutschen
Kinderhilfswerkes, sagte in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker
Zeitung“ (Dienstag): „Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit
vielfältigen Fähigkeiten. Deshalb kommt es in erster Linie darauf an,
dass wir ihnen helfen, stark und gleichberechtigt zu sein.“ Eine
Schlüsselrolle habe dabei das Elternhaus inne, so Krüger weiter.
„Kinder brauchen ein Zuhause, das sie fördert und in ihrer
Entwicklung unterstützt“, forderte er. Viele Eltern leisteten das
„ganz hervorragend“, lobte der Präsident des Kinderhilfswerks. Doch
es gebe auch viele, denen das noch nicht gelänge, sagte Krüger, sei
es „aus Zeitnot, Geldknappheit, Unwissenheit oder weil sie schlicht
überfordert“ seien. „Diese Eltern müssen wir stärker unterstützen“,
forderte er.

Aber auch das andere Extrem, sogenannte Helikoptereltern, täte
Kindern oftmals nicht gut, warnte Krüger: „Mit ihrer Rundumversorgung
und teils übergroßen Leistungsorientierung sorgen sie dafür, dass
ihre Kinder sich immer weniger auf sich selbst stützen.“ Kinder
müssten lernen, mit Herausforderungen umzugehen. Dazu gehöre auch,
ihnen zu Hause mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten einzuräumen, sagte
der Chef des Kinderhilfswerks. „Insgesamt würde vielen Eltern ein
bisschen mehr Gelassenheit und Vertrauen in ihre Kinder gut tun.“

Gleichzeitig erwartet das Deutsche Kinderhilfswerk von Politik und
Gesellschaft mehr Anstrengungen, um Eltern zu unterstützen. Krüger
forderte von Arbeitgebern mehr Flexibilität für eine bessere
Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Insbesondere Alleinerziehende
bedürften stärkerer finanzieller und struktureller Unterstützung.
Außerdem brauche es ein Mehr an sozialem Zusammenhalt in
Nachbarschaften und Elternnetzwerken, um die immer öfter fehlenden
Familienbindungen zu ersetzen. Zugleich müsse der Staat armen
Familien stärker unter die Arme greifen. „Eltern müssen wieder
stärker in die Lage versetzt werden, ihren Kindern ein Zuhause geben
zu können“, verlangte Krüger. Der Weltkindertag steht in diesem Jahr
unter dem Motto „Kindern ein Zuhause geben“.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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