NOZ: Nachricht zu MRSA-Toten in Niedersachsen

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180 MRSA-Tote in Niedersachsen seit Mitte 2009

Gesundheitsamt zählt 2761 Infektionen mit gefährlichem Keim – DBU
warnt vor Verzicht auf Antibiotika in Tierhaltung

Osnabrück.- Seit Einführung der Meldepflicht Mitte 2009 hat das
Landesgesundheitsamt Niedersachsen 180 MRSA-Tote in dem Bundesland
gezählt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag)
unter Berufung auf die Behörde. Allein 2014 seien an den Folgen einer
Infektion mit dem multiresistenten Erreger 34 Menschen gestorben.
Insgesamt sei die Zahl der gemeldeten Infektionen im vergangenen Jahr
um 542 auf nunmehr 2761 Fälle angestiegen.

Im Gespräch mit der NOZ kritisierte Heinrich Bottermann,
Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): „Seit 1997
wird über MRSA debattiert. Die Erfolge sind seitdem bei Weitem nicht
so, wie sie eigentlich sein müssten.“ Bottermann sieht Aufklärung als
wichtigstes Mittel im Kampf gegen Resistenzen: „Wir brauchen eine
erhöhte Aufmerksamkeit im Umgang mit Antibiotika sowohl bei Ärzten
als auch bei Patienten“, sagte er.

Für den Bereich der Tierhaltung, in dem sich ebenfalls
multiresistente Keime wie MRSA bilden können, forderte Bottermann
einen Verzicht auf pulverförmige Antibiotika. „Zu viele der so
verabreichten Antibiotika landen in der Stallluft. Das ist auch für
die Mitarbeiter im Stall nicht ungefährlich, die die Rückstände über
die Atemluft aufnehmen.“

Generell müsse der Antibiotika-Einsatz in Tierbeständen reduziert
werden, sagte Bottermann. Einen Verzicht halte er aber für nicht
umsetzbar. Die in der intensiven Landwirtschaft zum Einsatz kommenden
Rassen seien nicht widerstandsfähig genug, um gewisse Infektionen
ohne Antibiotika zu überstehen. „Tieren diese Behandlung zu
verweigern, wäre ein Verstoß gegen den Tierschutz“, warnte Bottermann
in der NOZ. Dies gelte auch für den Einsatz sogenannter
Reserveantibiotika, den Politiker auf Bundes- und Landesebene
verbieten wollen. Bottermann sprach sich für Ausnahmen aus:
„Lediglich dann sollte die Anwendung möglich sein, wenn nachweislich
kein anderes Mittel wirkt und die Tiere sonst getötet werden
müssten.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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