NOZ: Nachricht zur Lebensmittelverschwendung

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Bundesregierung will Lebensmittelwirtschaft bei
Nahrungsverschwendung in die Pflicht nehmen

Gespräche im Herbst geplant – Grüne: Agrarminister hat Zeit mit
Imagekampagnen vertrödelt

Osnabrück.- Die Bundesregierung will im Kampf gegen die
Lebensmittelverschwendung künftig auch Restaurantbetreiber und
Nahrungsmittelproduzenten in die Verantwortung nehmen. Das berichtet
die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) unter Berufung auf eine
Antwort des Agrarministeriums auf eine Anfrage der
Grünen-Bundestagsfraktion. Wie das Ministerium dem Blatt bestätigte,
sollen dazu noch im Herbst Gespräche „mit maßgeblichen Akteuren aus
der Wertschöpfungskette“ geführt werden. „Gutes Beispiel“ für
deutsche Unternehmen könnten dabei multinationale Lebensmittel- und
Getränkekonzerne sein, die bis 2025 ihre Lebensmittelabfälle um 50
Prozent reduzieren wollen, teilte eine Ministeriumssprecherin der
„NOZ“ mit.

Die Grünen bezeichneten die bisherige Bilanz von
Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) im Kampf gegen
Lebensmittelverschwendung als „kläglich“. Nicole Maisch, Sprecherin
für Verbraucherpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte im
Gespräch mit der Zeitung, die letzten Jahre seien „mit Imagekampagnen
vertrödelt worden“. Sie betonte: „Wir brauchen eine nationale
Strategie zur Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung auf allen
Stufen der Wertschöpfungskette.“ Der Agrarminister habe offenbar
erkannt, „dass seine bisherige Politik, nur die Verbraucher in die
Pflicht zu nehmen, um die Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen,
nicht ausreicht“.

Den Angaben des Agrarministeriums zufolge tragen die
Endverbraucher laut Studien zwar „mengenmäßig den weitaus größeren
Anteil an den Lebensmittelverlusten insgesamt“. Dennoch wolle die
Bundesregierung ihre Aktivitäten künftig stärker als bisher auch auf
die übrigen Akteure der Wertschöpfungskette ausrichten. Sie gehe
davon aus, „dass die Wirtschaftsbeteiligten nicht zuletzt aus
ökonomischen Überlegungen ein Eigeninteresse an der Reduzierung
unnötiger Lebensmittelabfälle haben“. Dafür stehen laut Ministerium
Gespräche mit Branchenvertretern aus den Bereichen Handel, Erzeugung
und Gastronomie „über die Festlegung von Reduktionszielen“ an.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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