NOZ: NOZ: Rentenversicherung warnt: Thema Rente nicht populistisch ausschlachten

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Rentenversicherung warnt: Thema Rente nicht
populistisch ausschlachten

Präsidentin Roßbach: Wer Angst verbreitet, der löst keine
Probleme, sondern verschärft sie

Osnabrück. Die Deutsche Rentenversicherung warnt mit Blick auf die
Bundestagswahl vor „überzogenen Streit“ um die Altersvorsorge. In
einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag)
sagte Präsidentin Gundula Roßbach: „Wer versucht, über Einzelfälle,
in denen etwas nicht funktioniert hat, das gesamte System infrage zu
stellen, wer Angst verbreitet, der löst keine Probleme, sondern
verschärft sie.“ Und dies trage sicher auch nicht dazu bei, dass die
Menschen zusätzlich privat fürs Alter vorsorgen. „Renten sind ein
populäres Thema, aber sie sollten nicht populistisch ausgeschlachtet
werden.“

Roßbach verdeutlichte zugleich, um welche Dimensionen es im Streit
um das Rentenniveau geht: „Die Veränderung des Rentenniveaus um einen
Prozentpunkt kostet etwa knapp einen halben Prozentpunkt
Beitragssatz. Das sind derzeit sechs Milliarden Euro im Jahr.“ Das
Rentenniveau misst das Verhältnis zwischen Rente und Lohn. Aktuell
beträgt es knapp 48 Prozent. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD)
strebt an, das Niveau nicht unter 46 Prozent fallen zu lassen,
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat sich für eine „Stabilisierung“
ausgesprochen. Nach aktuellem Stand ist es erlaubt, das Rentenniveau
bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent sinken zu lassen, um im Gegenzug
Beitragszahler nicht zu überlasten.

In der Diskussion um Altersarmut warnte Roßbach „vor
Übertreibungen oder gar Panikmache“. Sie betonte, die meisten
Menschen hätten neben ihrer Rente noch zusätzliches Einkommen. „Armut
kann man nur anhand des Gesamteinkommens des Haushalts beurteilen.“
Roßbach fügte hinzu, Ältere seien prozentual deutlich weniger von
Armut betroffen als Jüngere. Festzuhalten sei auch: „97 Prozent der
Älteren sind nicht auf Grundsicherung angewiesen.“

Die Präsidentin betonte in diesem Zusammenhang, die
Alterssicherung müsse immer wieder weiterentwickelt werden. Es werde
nie die eine große Rentenreform geben, die 50 Jahre trägt. „Wir
müssen im Blick haben: Wie sind die demografischen, die
gesellschaftlichen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das
System daran anpassen. So haben wir es geschafft, dass wir ein
solides Rentensystem haben. Insofern können auch wir den Menschen
–Mut zum Alter– machen. Wir dürfen uns freuen, dass wir älter
werden.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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