NOZ: NOZ: Sicherheitsforscher warnt vor „tödlichen Risiken“ durch Drängeln bei Großveranstaltungen

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Gefahr bei Großveranstaltungen:
Sicherheitsforscher warnt vor „tödlichen Risiken“ durch Drängeln

Seyfried: An engen Stellen nicht von hinten schieben – „Wer
stolpert, kann schnell in ernste Gefahr geraten“

Osnabrück. Der Sicherheitsforscher Armin Seyfried sieht bei
Großveranstaltungen wie Musikfestivals oder Sportereignissen Drängeln
als größtes Risiko für die Besucher. In einem Gespräch mit der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) sagte er: „Drängeln an sich kann
gefährlich sein.“ Je nach Situation könnten dadurch „tödliche Risiken
entstehen“, sagte Seyfried, der das Lehr- und Forschungsgebiet
Computersimulation für Brandschutz und Fußgängerverkehr an der
Bergischen Universität Wuppertal leitet.

Seyfried warnte insbesondere davor, bei Großereignissen an engen
Stellen, beispielsweise an Ein- und Ausgängen, von hinten zu
schieben. „Das erhöht die Gefährdungslage ganz erheblich“, sagte er.
Wer drängelt, mache es noch enger, was wiederum das Risiko von
Unglücken erhöhe. „Wer in so einer Situation stolpert und hinfällt,
kann schnell in ernste Gefahr geraten, wenn von hinten noch mehr
geschoben wird“, erklärte Seyfried. „Unglücksursache ist ja nicht
Panik, sondern räumliche Enge“, sagte der Wissenschaftler.
Grundsätzlich seien Menschen, auch in der großen Masse, jedoch
hilfsbereit. „Das haben wir auch bei dem Loveparade-Unglück in
Duisburg gesehen. Dort haben die Menschen versucht, sich trotz der
Enge gegenseitig zu helfen und zu schützen.“

Bei der Loveparade 2010 in Duisburg waren im überfüllten
Zugangsbereich zum Veranstaltungsgelände 21 Menschen zu Tode
gekommen, mehr als 500 wurden verletzt. Seit dem Unglück, das sich am
24. Juli zum sechsten Mal gejährt hat, wurden Sicherheitskonzepte von
Großveranstaltungen, etwa bei Musikfestivals, überarbeitet und
angepasst. Auch die jüngsten Terrorangriffe haben Folgen, so durften
beispielsweise beim Heavy-Metal-Festival Wacken Open Air keine
Rucksäcke mit aufs Gelände. Konzertveranstalter wie FKP Skorpio aus
Hamburg, der unter anderem das „M–era Luna“ Festival (13. bis 14.
August) in Hildesheim mit 25.000 Besuchern organisiert, haben
ebenfalls reagiert und ihre Sicherheitskonzepte angepasst.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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