NOZ: „Panama-Papers“: Bundeskriminalamt sieht Lücken im Kampf gegen Geldwäsche

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„Panama-Papers“: Bundeskriminalamt sieht Lücken
im Kampf gegen Geldwäsche

BKA-Chef Münch: Deutschland liegt im internationalen Vergleich im
Mittelfeld

Osnabrück. Im Kampf gegen Geldwäsche muss Deutschland nach Ansicht
des Bundeskriminalamtes (BKA) noch Lücken schließen. Im Gespräch mit
der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) sagte BKA-Präsident Holger
Münch nach dem Bekanntwerden der „Panama-Papers“: „Deutschland liegt
bei der Bekämpfung der Geldwäsche-Kriminalität im internationalen
Vergleich im Mittelfeld.“ Es gebe aber bereits entsprechende
Initiativen, um Rechtsänderungen anzustoßen.

Nach dem Geldwäschegesetz müssen zum Beispiel Betreiber von
Immobilienfirmen, Gebrauchtwagenhändler oder Kunsthändler die
Behörden über verdächtige Transaktionen informieren. „Die Meldung von
Geldwäsche-Verdachtsfällen ist ein wichtiges Instrument im Kampf
gegen die Geldwäsche“, sagte Münch. „Allerdings haben wir gerade mit
dem Meldeverhalten aus dem Nicht-Finanzsektor noch eine Menge Arbeit
vor uns.“ Bei den Banken sei das Verhalten im Kampf gegen Geldwäsche
hingegen vorbildlich.

Münch kritisierte auch die stockende Abschöpfung von kriminell
erworbenem Vermögen in Deutschland. „Auch da haben wir
Schwachstellen. Wenn zum Beispiel Vermögen auf Dritte übertragen
wurde, können wir nach derzeitiger Rechtslage nicht mehr darauf
zugreifen.“

Zu den Enthüllungen über Finanzgeschäfte mit Briefkastenfirmen in
Panama nahm Münch keine Stellung: „Hier gilt es zunächst, die
bisherigen und weiteren Veröffentlichungen auf etwaige Bezüge nach
Deutschland zu prüfen.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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