NOZ: Patientenschützer: Entwurf des Antikorruptionsgesetzes im Gesundheitswesen verschärfen

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Brysch: Entwurf des Antikorruptionsgesetzes im
Gesundheitswesen verschärfen

Patientenschützer fordern besseren Schutz vor Profitinteressen von
Pharmaindustrie und Ärzten

Osnabrück. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, den
derzeitigen Entwurf des Antikorruptionsgesetzes im Gesundheitswesen
zu verschärfen. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“
(Freitag) sagte Vorstand Eugen Bysch: „Jeder Patient muss darauf
vertrauen können, dass seine bestmögliche Therapie im Vordergrund
steht, wenn ihm ein Medikament verordnet wird.“ Wenn allerdings 1,7
Millionen Patienten in der Regel ohne ihr Wissen an den
Anwendungsbeobachtungen beteiligt würden, könne das bezweifelt
werden. Der derzeitige Entwurf des Antikorruptionsgesetzes biete
keinen ausreichenden Schutz. „Die Patienten sind weiterhin ein
Spielball der Profitinteressen der Pharmaindustrie und der Ärzte.“ So
seien die angedachten Regelungen zur Anwendungsbeobachtung
„butterweich“, erklärte der Patientenschützer. „Sie lassen einen
breiten Ermessensspielraum zu, der am Ende zu Lasten der Patienten
geht.“ Wo anwendungsorientierte Studien weiterhin notwendig seien,
müsse der Gesetzgeber hierfür klare Regeln festlegen. Patienten
müssten vorab informiert werden und schriftlich zustimmen. Die
Studien dürften nur nach vorheriger Prüfung und Genehmigung durch die
Bundesbehörde stattfinden. Darüber hinaus gelte es, alle wesentlichen
Informationen zu den Studien in einer Datenbank öffentlich zu machen.
Sogenannte Anwendungsbeobachtungen an Patienten in ihrer jetzigen
Form zu verbieten. Nach einem Medienbericht zahlt die Pharmaindustrie
jährlich etwa 100 Millionen Euro an Ärzte für die Mitarbeit an
umstrittenen Studien. Das geht aus einer gemeinsamen Datenauswertung
von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ mit dem Recherchezentrum
Correctiv.org hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Bei
diesen Beobachtungen handelt es sich nach Einschätzungen von
Wissenschaftlern größtenteils um Scheinstudien an Patienten, die vor
allem dazu dienten, den Umsatz bestimmter Medikamente zu fördern.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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