NOZ: Tausende Gewässer in Deutschland verstoßen gegen EU-Vorgaben zur Wasserqualität

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Wasserqualität: Tausende Seen und Flüsse in
Deutschland verstoßen gegen EU-Vorgaben

Nährstoffwerte zu hoch – Grüne fordern nationale Strategie

Osnabrück. Die Gewässer in Deutschland verstoßen wegen überhöhter
Nährstoffwerte zu großen Teilen gegen Qualitätsvorgaben der
Europäischen Union. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“
(Dienstag) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf
eine Anfrage der Grünen. Demnach erfüllten bis Ende 2015 von 9900
sogenannten Oberflächenwasserkörpern wie Seen und Flüssen 82 Prozent
die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht. Von 1000
Grundwasserkörpern waren es laut Bundesumweltministerium 36 Prozent.

Die zuständigen Behörden in Deutschland haben bei der EU
Fristverlängerungen für die betroffenen Gewässer beantragt, um die
eigentlich bis Ende 2015 einzuhaltenden Vorgaben doch noch zu
erreichen und eine gute Wasserqualität herzustellen. In einigen
Fällen seien aber auch weniger strenge Umweltziele festgelegt worden.
Gelingt die Verbesserung der Wasserqualität nicht, drohen Strafen aus
Brüssel.

Die Bundesregierung räumt in der Antwort ein, dass die geplante
Novellierung der Düngeverordnung allein nicht ausreichen werde, um
die Probleme in den Griff zu bekommen. Weitere Maßnahmen wie die
Ausweisung von Wasserschutzgebieten könnten notwendig werden.
Schutzgebiete seien „das wesentliche Instrument zur Bekämpfung von
Gewässerverunreinigungen“, so das Bundesumweltministerium.
Freiwillige Maßnahmen der Länder wie etwa die Beratung von Landwirten
in Sachen Düngung seien nicht ausreichend.

Peter Meiwald, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag,
fordert angesichts der Gewässerbelastungen eine nationale
Stickstoffstrategie. Er bemängelte, dass „die offensichtliche
Hauptursache, agroindustrielle Überdüngung“ erst jetzt durch die
Novellierung der Düngeverordnung angegangen werde. Zudem forderte
Meiwald als Gegenmaßnahme, „den Viehbesatz wieder an die Fläche zu
koppeln“. In einigen Regionen Deutschlands werden deutlich mehr Tiere
gehalten, als Fläche zur Ausbringung der Exkremente vorhanden ist. Zu
hohe Nährstoffwerte könnten zudem die Preise für Trinkwasser in die
Höhe treiben, wenn dieses erst gereinigt werden müsse, warnte
Meiwald. „Gutes Trinkwasser zu vernünftigen Preisen ist ein
Grundrecht“, sagte er.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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