NOZ: Türkische Gemeinde will sich Deutsch in Moscheen nicht vorschreiben lassen

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Türkische Gemeinde will sich Deutsch in Moscheen
nicht vorschreiben lassen

Vorsitzender Sofuoglu: Eingriff in die freie Religionsausübung

Osnabrück. In der Debatte um ein Islam-Gesetz will sich die
Türkische Gemeinde in Deutschland nicht die Sprache Deutsch in
Moscheen vorschreiben lassen. In einem Gespräch mit der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) sagte der Vorsitzende der
Türkischen Gemeinde, Gökay Sofuoglu: „Deutsch für Predigten in
Moscheen festzulegen, ist ein Eingriff in die freie
Religionsausübung. In katholischen Kirchen wird ja auch noch Latein
gesprochen.“ Sofuoglu hält ein solches Gesetz zudem für
verfassungswidrig: „Das Grundgesetz garantiert die Religionsfreiheit.
Es ist verfassungswidrig, für eine einzelne Religion ein Gesetz zu
erlassen.“

Es sei falsch, Moscheen unter Generalverdacht zu stellen: „Da wird
mit dem Finger auf Muslime gezeigt. Das ist diskriminierend und
stigmatisierend.“ Sofuoglu wertet den Vorschlag aus den Reihen der
Union als reinen Populismus: „Das ist ein Versuch von CDU und CSU,
die AfD rechts zu überholen.“

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde stellte sich aber hinter
die Idee, dass in Deutschland aktive Imame auch in Deutschland
ausgebildet werden sollten: „Wer hier studiert hat, ist hier
sozialisiert und hat einen realistischeren Blick auf die
Gesellschaft“, sagte Sofuoglu.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat ein deutsches Islam-Gesetz
gefordert, CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach unterstützt den
Vorschlag.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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